Auch wenn neue Verbrenner im Neckarsulmer Werk gut laufen

Gewinn bricht bei Audi im ersten Halbjahr um fast 40 Prozent ein

Der Audi-Konzern steht wirtschaftlich unter Druck. US-Zölle, Stellenabbau und schwache Chinageschäfte schlagen sich nieder. Der Gewinn bricht um mehr als ein Drittel deutlich ein.

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Von Autor/in Alexander Dambach

Der Autobauer Audi kommt weiter nicht in Fahrt. Der Gewinn nach Steuern liegt nach den ersten sechs Monaten des Jahres bei 1,3 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum lag dieser noch bei 2,1 Milliarden Euro. Das ist ein Einbruch von 37,5 Prozent.

Zum Vergleich: 2022 hatte Audi mit einem Werk in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) noch 4,4 Milliarden Euro als Gewinn vermeldet. Es ist damit bereits das dritte Mal in Folge, dass das erste Halbjahr im Vorjahresvergleich deutlich schlechter ausfällt.

Gewinn bricht ein: US-Zölle haben Audi Millionen gekostet

Auch für 2025 hat Audi seine Prognose angepasst. Die Umsatzerwartung schrumpft um 2,5 Milliarden Euro auf 65 bis 70 Milliarden Euro. Und auch die Rendite wird wieder niedriger erwartet. Allerdings ist dabei die Zolleinigung der EU mit den USA noch nicht berücksichtigt. Diese sei aktuell in Bewertung, heißt es.

Die Lage ist sehr anspruchsvoll.

Die im Frühjahr erhöhten US-Zölle haben Audi im ersten Halbjahr allein mit rund 600 Millionen Euro belastet, erklärte Rittersberger. Audi hat kein eigenes Produktionswerk in den USA. Die durch die Zölle entstandenen Zusatzkosten hatte Audi nicht an seine Kunden in den USA weitergegeben.

Enthüllung Neuer Audi A6
Unter anderem die US-Zölle belasten den Gewinn im ersten Halbjahr bei Audi schwer. Der neue A6 sorgt derweil für eine gute Auslastung im Neckarsulmer Werk.

Sorgen bereitet auch weiter der chinesische Markt. Dort sind im ersten Halbjahr knapp 288.000 Fahrzeuge ausgeliefert worden. Das ist ein Rückgang von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Als Grund nennt Audi hier eine "weiter sehr intensive Wettbewerbssituation im Markt."

Weiterhin Einsparungen geplant

Auch der Konzernumbau und der geplante sozialverträgliche Abbau von 7.500 Stellen bis 2029 in Deutschland kostet dem Unternehmen viel Geld. Wie stark der Standort Neckarsulm davon betroffen sein wird, dazu gibt es nach wie vor noch keine konkreten Zahlen. Mittelfristig will Audi mehr als eine Milliarde Euro mehr einsparen. Bei einer Betriebsversammlung Anfang Juli hatten die Arbeitnehmervertreter erneut gefordert, der Personalabbau dürfe nicht nach dem Prinzip der pauschalen "Rasenmäher-Methode" erfolgen.

Auslastung im Neckarsulmer Werk wieder besser

Durch den Anlauf der beiden neuen Verbrennermodelle A5 und A6 hat sich Auslastung im Werk Neckarsulm deutlich verbessert. Dort wird aktuell im Drei-Schicht-Modell gearbeitet. Erleichtert ist die Nachricht aufgenommen worden, dass das Werk in den Böllinger Höfen in Heilbronn ab 2027 einen neuen elektrischen Sportwagen bauen soll. Zuletzt war dort der Sportwagen R8 ausgelaufen, aktuell wird dort nur noch der e-tron GT produziert.

Unser finanzielles Ergebnis macht deutlich, wie notwendig die eingeleitete Transformation ist.

Im Heimatmarkt Deutschland verzeichnet die Marke mit den vier Ringen ein leichtes Plus von 0,7 Prozent. Deutlich zog hier jedoch der Absatz von E-Modellen an. Mit knapp 21.000 ausgelieferten Fahrzeugen lag das Plus bei 76,2 Prozent.

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Alexander Dambach