Der Autobauer Audi will auch in Zukunft auf die Standorte in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) und Heilbronn setzen. Aktuell laufen beim Mutterkonzern Volkswagen Planungsrunden, in denen bestimmt werden soll, welche Modelle wo produziert werden. Eine der Fragen ist dabei, ab wann der Nachfolger des A8 in Neckarsulm gebaut werden soll - und in welcher Form: ob wie geplant mit einem vollelektrischen Antrieb oder doch nochmal als Verbrenner. Die Gespräche dazu laufen seit einigen Wochen. Zum Inhalt wollte sich der Autobauer bislang noch nicht äußern.
Auf SWR-Anfrage erklärte ein Audi-Sprecher, dass der Autobauer beobachtet habe, dass sich die Elektromobilität in der Mittel- und Oberklasse deutlich langsamer entwickle, als man das noch vor einiger Zeit angenommen hatte. Daher würde man intensiv darüber nachdenken, wann der Nachfolger des A8 auf den Markt kommt und mit welcher Antriebstechnik. Ursprünglich sollte der A8 2026 auslaufen und 2027 durch zwei neue E-Modelle ersetzt werden.
Verbrennermodelle sorgen für gute Auslastung
Zurzeit ist die Auslastung in Neckarsulm dank der neuen Modelle A5 und A6 gut. Die Produktionszahlen liegen deutlich über dem Vorjahr. Von Januar bis September 2025 wurden rund 125.000 Neckarsulmer Modelle ausgeliefert, dies entspricht laut einem Sprecher einem Plus von 48 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Zu dieser Steigerung trug besonders der neue Audi A5 mit mehr als 59.000 Einheiten bei.
Elektro-Sportwagen soll in den Böllinger Höfen gebaut werden
Der Elektro-Sportwagen (Concept C) soll gleichzeitig Audis nahe Zukunft zeigen. Klares Design, mehr Knöpfe und weniger Touch. Er wird ab 2027 im Heilbronner Industriegebiet Böllinger Höfe gebaut. Vor Kurzem wurde der Prototyp auch den Beschäftigten in Neckarsulm und Heilbronn vorgestellt.
Auch wenn es um vergleichsweise niedrige Stückzahlen geht, habe der Sportwagen eine Bedeutung für den VW-Konzern, sagte Werkleiter Fred Schulze dem SWR. In der Nähe der Produktion liegt der Innovationspark für künstliche Intelligenz (IPAI). Dort sollen digitale Projekte für Logistik und Produktion gemeinsam erprobt werden, so Schulze.
Audi will in China Boden gutmachen
Insgesamt steht der VW-Konzern unter Druck. Besonders auf dem so wichtigen Markt China. Audi versucht hier mit seiner neuen Marke AUDI Boden gutzumachen. So werden Modelle mit dem chinesischen Partner SAIC entwickelt. Im August startete in Anting (China) die Serienfertigung des E5 Sportback.