Der Audi-Konzern besetzt zum 1. Juli mehrere Schlüsselpositionen im Management neu, davon betroffen ist auch der Standort in Neckarsulm (Kreis Heilbronn). So geht der langjährige Werkleiter Fred Schulze nach China. Dort wird er neuer CEO des Gemeinschaftsunternehmens von Audi, dem chinesischen Unternehmen SAIC. Nachfolger des 59-Jährigen wird Thomas Bogus, der zuletzt noch Chef des Audi-Werks in Brüssel war. Das ist inzwischen aber geschlossen. Die Neubesetzung der Werkleitung ist laut Audi Teil eines strategischen Personalwechsels auf Top-Management-Ebene.
Audi-Werk in Neckarsulm soll weiterentwickelt werden
Bogus kennt den Standort Neckarsulm aus früheren Funktionen. Unter anderem war er von 2015 bis 2020 als Leiter der Fertigung. Er gilt laut Audi als Spezialist für Elektrofahrzeuge. Das ist für den Standort Neckarsulm relevant, weil das Werk seine bestehenden Kompetenzen mit den Anforderungen neuer Antriebe und digitaler Produktionsmethoden verbinden muss. "Der Standort Neckarsulm hat alle Voraussetzungen für die künftige Produktion von Elektromodellen. Die schrittweise Entwicklung zum Elektrostandort ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die ich mit klarer Überzeugung und vollem Einsatz angehe", sagte Bogus.
Betriebsrat Neckarsulm: "Bogus ist der richtige Werkleiter für uns"
So sieht auch Alexander Reinhart, der Betriebsratsvorsitzende in Neckarsulm, Bogus als den "richtigen Werkleiter" für den Standort. Reinhart fordert in einem Statement vom neuen Werkleiter, den Standort in die elektrifizierte Zukunft zu führen, Transformation zu gestalten und die Digitalisierung am Standort auszubauen.
In seinem Statement würdigte er auch den scheidenden Schulze. Er habe sich über die Jahre konsequent und mit spürbarem Einfluss für den Standort Neckarsulm eingesetzt.
Standort Neckarsulm soll "Zentrum für KI" werden
Darüber hinaus steht der Standort für die Entwicklung und Produktion von Oberklassemodellen. Das soll in Zukunft stärker mit Künstlicher Intelligenz (KI) verbunden werden, damit sich der Standort laut Audi in Zukunft als "Zentrum für KI" profiliert. Helfen sollen dabei auch Projekte und Partnerschaften mit Institutionen wie dem Innovationspark Artificial Intelligence (IPAI) in Heilbronn.
Audi: Rochaden auf Managementebene haben nichts mit Sparplänen zu tun
Auf SWR-Anfrage erklärte das Unternehmen, dass die Neubesetzung langfristig strategisch geplant war. Sie hätte nichts mit den jüngsten Sparplänen des Mutterkonzerns VW zu tun, bei denen es auch Gerüchte um das Werk in Neckarsulm gab.
Gerüchte über Werksschließung Audi unter Druck: Steht das Werk Neckarsulm im Fokus neuer Sparpläne?
Gerüchte um mögliche Kapazitätskürzungen sorgen für Unruhe bei Audi. Besonders das Werk Neckarsulm rückt in den Fokus. Noch gibt es aber keine offiziellen Entscheidungen.
"Diese strategischen, orchestrierten Personalwechsel stärken die Markengruppe Progressive weltweit. Wir setzen auf Führungskräfte, die Marktkenntnis, operative Exzellenz und technische Kompetenz verbinden", sagt Audi CEO Gernot Döllner. Nach fünf Jahren als Werkleiter wechselt Fred Schulze nach China und folgt dort auf Fermin Soneira. Der Spanier wird Technikchef der Audi-Tochter Lamborghini.