Beim Autobauer Audi mit einem Werk in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) zeigt sich für das Jahr 2025 ein gemischtes Bild. Der Umsatz ist leicht gestiegen, auf 65,5 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis hingegen - also der Gewinn rein aus Produktion und Vertrieb vor Steuern - ist von 3,9 auf 3,4 Milliarden Euro gesunken. Ein Minus von fast 13 Prozent.
Stabiles Ergebnis trotz Zöllen, Spannungen und Wettbewerb
Der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende in Neckarsulm, Alexander Reinhart, bewertet die Zahlen dennoch als solides Ergebnis und das trotz turbulenter Zeiten von Zöllen, geopolitischen Spannungen und wachsendem Wettbewerb. Dem Minus in der Produktion steht allerdings auch ein Plus von rund 10 Prozent beim sogenannten Finanzergebnis gegenüber - das kletterte auf 4,6 Milliarden Euro. Unter dem Finanzergebnis versteht man den Gewinn nach Steuern, in den aber auch andere Gewinne außerhalb der Produktion einfließen - beispielsweise Zinserträge.
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Audi spart: Auch Stellenabbau trägt zu Jahresergebnis bei
Einerseits ist das vierte Quartal 2025 gut gelaufen. Vor allem ist dieses Plus aber auch auf eine Ausgleichszahlung aus dem Mutterkonzern Volkswagen (VW) im hohen dreistelligen Millionenbereich zurückzuführen. Für Reinhart ist aber auch klar: Das stabile Ergebnis ist ebenso eine Folge des strengen Effizienzprogramms.
Bis zu 7.500 Stellen insgesamt sollen bis 2029 abgebaut werden, rund 3.900 davon sind bereits gestrichen oder vertraglich fixiert. Wie viele davon in Neckarsulm ist allerdings nicht bekannt. Allerdings wurde im Vorfeld der Veröffentlichung der Jahreszahlen von Audis Personalchef Xavier Ros zugesichert, darüber hinaus keine weiteren Stellen abbauen zu wollen. Auch an der Beschäftigungsgarantie bis 2033 soll festgehalten werden. Hintergrund für diesen Sparkurs ist unter anderem der teure Umbau zur Elektromobilität. Auch Künstliche Intelligenz (KI) soll beim Autobauer künftig eine größere Rolle spielen.
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Auch die Meinungen in Neckarsulm gehen auseinander
Ähnlich wie das Ergebnis der Jahreszahlen sind auch die Meinungen unter der Belegschaft in Neckarsulm gemischt. Gerade mit Blick auf die E-Mobilität und KI blickt ein Teil der Angestellten trotz der Zusage des Personalchefs eher mit Sorge in die Zukunft. "Durch die Elektromobilität ist alles ein bisschen zurückgegangen, auch mit der Arbeit und das merkt man schon bei den Kollegen", sagt etwa einer der Angestellten dem SWR. Andere pflichten ihrem Betriebsratsvorsitzenden bei, das Ergebnis sei in diesen Zeiten durchaus gut. "Es gibt immer Höhen und Tiefen", meint ein anderer vor dem Neckarsulmer Werkstor.
A8 Nachfolger in Planung, aber wo wird er gebaut?
Was in Neckarsulm auch bei manchen zu Sorgen führen könnte, ist die Nachfolge des A8. Ende des Jahres läuft das in Neckarsulm produzierte Modell aus. Audi Chef Gernot Döllner bestätigte bei der Pressekonferenz am Dienstag zwar, dass "mit Hochdruck" an einem A8-Nachfolger gearbeitet werde. Zur Frage, wo dieser Nachfolger gebaut werden soll, schweigt das Unternehmen aber bislang. Auch, weil der mögliche Start dieses neuen Modells zum "Ende des Jahrzehnts", wie Döllner am Dienstag sagte, noch in weiter Zukunft liegt.