Gesundheitliche Risiken

Nach illegalen Botox-Behandlungen in Neckarsulm: Landesärztekammer warnt

Die Polizei hat in Neckarsulm drei Menschen festgenommen, weil sie verbotenerweise Botox gespritzt haben sollen. Fachleute warnen vor solchen illegalen Behandlungen.

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Von Autor/in Luisa Funk

Zwei Männer und eine Frau sollen in einem Sonnenstudio in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) illegale Botox-Behandlungen angeboten haben. Die Polizei erfuhr das durch einen Hinweis.

Am Sonntag trafen die Beamten dann auf einen 48-Jährigen, der gerade einer Frau Botox spritzen wollte. Die Landesärztekammer Baden-Württemberg warnt vor solchen Behandlungen, die nicht bei Fachärztinnen und -ärzten durchgeführt werden.

Botox: Behandlung ohne Zulassung

Laut Polizei hat der Mann zwar einen medizinischen Doktortitel, verfügt aber über keine gültige Zulassung in Deutschland. Die Ermittler stellten bei ihm verschreibungspflichtige Medikamente und Bargeld sicher.

Bei einem mutmaßlichen Komplizen fanden die Beamten außerdem Anamnesebögen, also Formulare zur Erfassung der gesundheitlichen Vorgeschichte eines Patienten oder einer Patientin. Die beiden Männer wurden festgenommen. Gegen die mutmaßliche Assistentin der beiden Tatverdächtigen wird noch ermittelt.

Spritzen von Botox: Ohne Fachwissen gefährlich

Laut Landesärztekammer Baden-Württemberg ist es gefährlich, wenn jemand Botox spritzt, der nicht genau über die Blutgefäße, Muskeln oder Nervenbahnen im Gesicht Bescheid weiß. Denn Spritzen könnten so an den falschen Stellen gesetzt werden.

Geringste Ungenauigkeiten beim Spritzen von Botox können zu Gesichtslähmungen oder Durchblutungsstörungen führen, so die Landesärztekammer. Im schlimmsten Fall könne es zum Absterben von Hautgewebe oder sogar zur Erblindung kommen, so die Landesärztekammer. Laut SLK-Kliniken Heilbronn sind auch Infektionen an der Einstichstelle möglich.

Solche Behandlungen sollten demnach nur bei entsprechenden Fachärzten und -ärztinnen durchgeführt werden. Denn sie haben die ausreichende Ausbildung, um Botox korrekt anzuwenden und zu spritzen. Dadurch ist das Risiko von Fehlern bei den Behandlungen deutlich geringer.