Im Oktober legte eine Hackergruppe das IT-System der Gemeinde Untereisesheim (Kreis Heilbronn) lahm. Jetzt sind Datenpakete aus dem Rathaus im Darknet aufgetaucht.
Nach Einschätzung des Cyberexperten Stefan Strobel, Geschäftsführer des Sicherheitsunternehmens cirosec in Heilbronn, könnten durchaus sensible Daten ins Netz gelangt sein. "Es kommt darauf an, was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf ihren Rechnern liegen haben", sagt Strobel.
Eine berüchtigte Gruppe in der Hackerszene
Nach Einschätzung des Sicherheitsexperten handelt es sich bei der verantwortlichen Gruppe um eine der bekanntesten Hackergruppierungen weltweit. Sie operiert seit einem Jahr und gehört bereits zu den Top Fünf im sogenannten Ransomware-Geschäft. Das Modell ist erprobt: In ein IT-System eindringen, Daten verschlüsseln, drohen und am Ende kassieren.
Untereisesheim zahlte nicht und tat gut daran
Es sei online einsehbar, welche der Geschädigten gezahlt haben, sagt Strobel. "Die Summen kann man ermitteln, weil die Zahlungen über Kryptowährungen laufen." Insgesamt sei in den vergangenen Jahren ein Lösegeldvolumen von rund einer Milliarde US-Dollar zu beobachten gewesen.
Im Fall Untereisesheim wurde kein Lösegeld gezahlt. Eine Entscheidung, die Strobel ausdrücklich begrüßt: "Zu Recht. Manchmal werden Geschädigte sogar ein zweites Mal erpresst, wenn sie zahlen."