Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Unfälle mit E-Scootern in Baden-Württemberg laut Polizei um ein Drittel gestiegen. Auch in diesem Jahr gibt es wieder einen Anstieg. So kam es im laufenden Jahr 2025 im Bereich des Polizeipräsidiums Heilbronn bislang zu 157 Unfällen mit E-Scooter-Beteiligung, rund 20 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Bei jüngsten Kontrollen in Heilbronn sind reihenweise Verstöße festgestellt worden. Die Polizei kündigt weitere Kontrollen an. Die Stadt will die Regeln noch deutlicher kommunizieren.
Alarmierende Unfallzahlen mit E-Scootern
Bei Unfällen mit E-Scootern im Bereich des Polizeipräsidiums Heilbronn, zu dem der Stadt- und Landkreis Heilbronn und unter anderem auch der Hohenlohe- und Main-Tauber-Kreis gehören, sind im Jahr 2025 137 Menschen verletzt worden, darunter neun schwer. Ein Mensch starb. Knapp 90 Prozent der Verletzten waren die E-Scooter-Lenkerinnen und -Lenker.
Die Stadt Neckarsulm hat seit November E-Scooter aus der Fußgängerzone verbannt. Begründet wird der Schritt mit zunehmenden Beschwerden über rücksichtsloses und gefährliches Fahrverhalten. Die Stadt Heilbronn erklärte auf SWR-Anfrage, dass die rund 600 E-Scooter, die ausgeliehen werden können, einen Mehrwert darstellen. Eine durchschnittliche Fahrt mit einem Leih-E-Scooter betrug im Jahr 2025 in Heilbronn rund 1,7 Kilometer.
Mit dem Aufbau von 27 Leihstationen sind laut Stadt die Beschwerden über falsch abgestellte Fahrzeuge an diesen Standorten deutlich zurückgegangen. Die Stadt sieht aber weiter Verbesserungspotenzial. Deswegen plant sie, im nächsten Jahr weitere Leihstationen auszuweisen und die Regeln noch deutlicher zu kommunizieren.
Mietpreise in Heilbronn angepasst - Unfallzahlen steigen Vom Hype zum Hindernis: E-Scooter sorgen für Zündstoff
Seit ihrer Zulassung sorgen E-Scooter für Diskussionen: beliebt bei Nutzern, verhasst bei Fußgängern und Autofahrern. Gelten sie zurecht als Störfaktor im Straßenverkehr?
Kontrolle in Heilbronn mit zahlreichen Verstößen
Bei Verkehrskontrollen in Heilbronn standen zuletzt vor allem E-Scooter-Fahrerinnen und -Fahrer im Mittelpunkt. Von insgesamt fast 300 Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern waren zehn betrunken unterwegs, fast alle davon mit einem E-Scooter. Außerdem standen fünf Menschen unter THC-Einfluss und zwei hatten Kokain genommen. Außerdem gab es Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz, die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung sowie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.
Das Polizeipräsidium Heilbronn hat deswegen erneut darauf hingewiesen, dass das Fahren auf E-Scootern unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol die Sicherheit im Straßenverkehr erheblich gefährdet. Gleichzeitig zählen E-Scooter-Fahrerinnen und -Fahrer zu den "schwachen Verkehrsteilnehmenden", weil sie wenig Schutz haben.