Als Folge der Vogelgrippe

Eier knapp vor Ostern? Das könnte auf Verbraucher zukommen

Kurz vor Ostern ist die Lage bei den Eier-Produzenten angespannt. Aufgrund der Vogelgrippe gibt es deutlich weniger Eier als in den letzten Jahren. Bleiben die Regale leer?

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Stand

"So eng wie dieses Jahr war es die letzten Jahre noch nicht", sagt Georg Heitlinger im SWR-Interview. Es geht um Eier und kurz vor Ostern sind die in diesem Jahr wohl deutlich knapper als zuletzt. Heitlinger betreibt selbst einen Geflügelhof in Eppingen (Kreis Heilbronn) mit rund 33.000 Tieren. Gleichzeitig ist er Vorsitzender des Geflügelwirtschaftsverbands Baden-Württemberg e.V., hat also einen Überblick über das ganze Land.

Vogelgrippe: Hunderttausende Hühner in Deutschland geschlachtet

Hintergrund ist die Geflügelpest - auch als Vogelgrippe bekannt. Ein Betrieb im Alb-Donau-Kreis beispielsweise musste deshalb 15.000 Tiere Notschlachten, bei Heitlinger wäre das die Hälfte all seiner Hühner gewesen. Deutschlandweit geht es um hunderttausende Tiere, im benachbarten Polen sogar um mehrere Millionen. Und das wirkt sich natürlich auch auf die Eier-Produktion aus. Im Schnitt legt jede Henne etwa 300 Eier im Jahr. Dazu kommt, dass nur etwa 72 Prozent der Eier auch in Deutschland produziert werden. Der Rest kommt aus dem Ausland, zum Beispiel aus Polen.

Im November 2025 wurde die Vogelgrippe auch im Landkreis Heilbronn nachgewiesen:

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Parallel hat der Eierkonsum in Deutschland zugenommen. Das spürt auch der Betrieb von Bernd Böhringer aus Pfedelbach (Hohenlohekreis). Seit Weihnachten nehme die Nachfrage nach Eiern an ihren Ständen in der Öhringer Markthalle (ebenfalls Hohenlohekreis) und auf dem Heilbronner Wochenmarkt zu.

Eier im Supermarkt: Verbraucher werden nicht immer alles finden

Für die Verbraucher bedeutet das: Gerade in den Supermarktregalen könnten Lücken entstehen. "Es wird nicht immer alles da sein, was der Kunde sich wünscht", meint Heitlinger. Mal könnten Bio-Eier fehlen, mal Freiland-Eier. Man müsse dann zu anderen Varianten greifen. Heitlinger appelliert aber auch an die Kundinnen und Kunden: "Bloß keine Panikkäufe!" Das verschärfe die Marktsituation nur weiter.

Auf SWR-Anfrage bestätigt Kaufland mit Sitz in Neckarsulm (Kreis Heilbronn), es könne bei einzelnen Artikeln zu kurzzeitigen Lieferengpässen kommen. Allerdings versuche man dafür zu sorgen, dass die Regale schnellstmöglich wieder aufgefüllt würden, so eine Sprecherin. Ähnlich klingt es bei Lidl aus Bad Wimpfen (ebenfalls Kreis Heilbronn). Sollte es zu Engpässen kommen, stünden ausreichend Alternativen bereit, heißt es auf SWR-Anfrage. Eine Antwort aus der Landesanstalt für Landwirtschaft, Ernährung und Ländlichen Raum in Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis) steht noch aus.

Nicht alle Kundinnen und Kunden spüren die Eierknappheit

Bei einer nicht repräsentativen SWR-Umfrage auf dem Wochenmarkt in Heilbronn gehen die Erfahrungen auseinander. Die einen berichten davon, noch nichts von der Knappheit zu spüren. Die meisten hier sind den Direktvermarktern auf dem Wochenmarkt oder in ihren Hofläden treu, kaufen Eier lieber dort als im Supermarkt.

"Ich habe aber schon mitbekommen, dass im Supermarkt da manchmal weniger war", bestätigt eine der Befragten die Lücken im Regal. Doch auch regional kommt es zu Engpässen. Ein Passant kauft seine Eier vor allem bei einem Hofladen. Da gebe es einen Ei-Automaten und gerade zuletzt sei dieser aber auch schon komplett leer gewesen, berichtet er.

Heitlinger glaubt nicht, dass Preise weiter steigen

Zu Beginn des Jahres seien die Preise für Eier im Supermarkt bereits angestiegen. Dass die Preise weiter steigen, glaubt Georg Heitlinger allerdings nicht. Die Supermärkte und Eier-Produzenten schließen im Normalfall Jahresverträge mit festen Mengen und Preisen ab. Auch davor, dass minderwertige Eier von weit her im Supermarkt landen, müsse man keine Angst haben. Da gebe es in Europa gewisse Kontrollinstanzen, erklärt der Eppinger.

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Jan Arnecke
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