In einem Zug von Stuttgart nach Crailsheim (Kreis Schwäbisch Hall) ist es am Sonntag zu einem Angriff gegen eine Zugbegleiterin gekommen. Nun wird nach weiteren Zeuginnen und Zeugen des Vorfalls gesucht.
Zeugen: Tatverdächtiger bespuckt Zugbegleiterin und attackiert sie mit Flasche
Wie die Bundespolizei in Stuttgart mitteilte, hatte die 42-jährige Zugbegleiterin am Sonntag den Fahrschein eines 21 Jahre alten Mannes kontrolliert. Da der junge Mann offenbar keinen gültigen Fahrschein vorweisen konnte, ließ sich die Bahnmitarbeiterin einen Identitätsnachweis zeigen und stellte eine sogenannte Fahrpreisnacherhebung aus.
Kurz nach dem nächsten Halt des Zuges soll der Tatverdächtige laut Zeugenaussagen erneut an die Frau herangetreten sein, sie am Bein bespuckt und versucht haben, ihr mit einer Flasche in den Bauch zu schlagen. Danach sei der 21-Jährige geflüchtet. Die Bundespolizei nahm Ermittlungen wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung auf.
Nach tödlichem Angriff auf Zugbegleiter: Debatte über mehr Sicherheit in Zügen
Erst in der vergangenen Woche hatte der tödliche Angriff auf den 36 Jahre alten Zugbegleiter Serkan Çalar aus Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz bundesweit für Entsetzen gesorgt. Aktuell wird darüber debattiert, wie die Sicherheit für Zugpersonal und Fahrgäste verbessert werden kann.
Auch der Einsatz von Bodycams, die zusätzlich zu Bild- auch Tonaufnahmen machen können sollen, wird diskutiert. Im Gespräch mit dem SWR sagte EVG-Chef Martin Burkert vergangene Woche, 82 Prozent der Bahmitarbeiter habe schon einen Übergriff erlebt, ein Drittel gehe mit Angst zur Arbeit.
Das ganze Interview mit EVG-Chef Martin Burkert vom 5. Februar:
Sicherheit in Zügen: Übergriffe auf DB-Mitarbeitende nehmen zu
Auch die Deutsche Bahn erklärt, dass die Übergriffe auf ihre Mitarbeitenden seit Jahren zunehmen. Allein im vergangenen Jahr gab es demnach 3.000 Angriffe auf Bahnpersonal und 15.000 verbale Übergriffe - wozu auch Anspucken wie im aktuellen Fall aus dem Zug Richtung Crailsheim gezählt wird.
In Baden-Württemberg nahmen die Straftaten im öffentlichen Nahverkehr - also in Bus und Bahn - laut Innenministerium im Jahr 2024 leicht zu. Die genauen Zahlen für das Jahr 2025 liegen nach Angaben Ministeriums derzeit noch nicht vor.