Nach tödlichem Unfall auf der A6

Falschfahrer: Wie groß ist die Gefahr auf der Autobahn?

Immer wieder hört man von Falschfahrern, die den Verkehr gefährden. Doch wie kann es überhaupt zu solchen Fällen kommen und welche Maßnahmen gibt es dagegen?

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Von Autor/in Annina Klingebiel

Am Montag hat ein Falschfahrer auf der A6 zwischen Bad Rappenau (Kreis Heilbronn) und Sinsheim (Rhein-Neckar-Kreis) einen tödlichen Unfall verursacht. Sogenannte Geisterfahrer sind das Horrorszenario für Autofahrer. Denn Falschfahrerinnen und Falschfahrer gelten im Straßenverkehr als besonders gefährlich.

Obwohl der Schreck nach einer Meldung über Falschfahrer immer groß ist, kommt es durch sie eher selten zu Unfällen. Im Jahr 2024 hatte der Verkehrswarndienst in Baden-Württemberg fast 65.000 Gefahrenmeldungen abgesetzt - nur 395 davon handelten von Falschfahrern. Dabei kam ein Mensch ums Leben.

Mögliche Ursachen: Von Versehen bis Drogenfahrten

In einer Studie des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft wurde untersucht, welche Muster sich bei den Falschfahrern feststellen lassen. Dabei fällt auf: Sie sind meistens männlich und über 65 Jahre alt.

Trotzdem sei das kein Grund, älteren Verkehrsteilnehmern die Schuld zuzuschieben, so ein Sprecher des ADAC Württemberg. Die meisten Falschfahrer würden aus Versehen bei der Auffahrt auf die Autobahn die falsche Spur nehmen. Seniorinnen und Senioren falle es da vor allem nachts schwer, die richtige Spur zu erkennen. Außerdem seien einige Autobahnauffahrten so unübersichtlich gestaltet, dass es bei Dunkelheit oder schlechtem Wetter leicht zu Verwechslungen kommen könne, so der Sprecher weiter.

Jüngere Autofahrerinnen und Autofahrer seien davon nicht ausgenommen. Bei ihnen sei es vor allem Alkohol- oder Drogeneinfluss, der zu Verwirrung führen könnte. Im fortgeschrittenen Alter sei der Anteil der alkoholisierten Falschfahrer aber deutlich geringer. Es soll auch Fälle geben, in denen die Falschfahrt einem Suizidversuch gleichkommen sollte, das sei aber nur ein sehr kleiner Prozentsatz.

Präventive Maßnahmen zeigen nur begrenzt Wirkung

Laut dem ADAC sind in den vergangenen Jahren schon einige Maßnahmen zur Prävention gegen Falschfahrer getestet worden - allerdings nur mit mäßigem Erfolg.

Warnschild - Falschfahrer auf der Autobahn. Auf der A61 bei Koblenz hat am Wochenende ein Falschfahrer einen Polizeiwagen gestreift.
Schilder wie diese sind in Österreich schon gängige Praxis - in Deutschland ist man aber noch nicht davon überzeugt.

So seien zum Beispiel große Warntafeln an Autobahnabfahrten angebracht worden, ähnlich wie in Österreich. Allerdings sei eine positive Wirkung durch die Schilder kaum messbar. Auch die sogenannten "Rüttelstreifen" sollten gegen Falschfahrer helfen. Bei den eingefrästen Streifen vibriert das Fahrzeug beim Überfahren - ähnlich wie bei der Fahrstreifenbegrenzung am rechten Fahrbahnrand. So sollen die Falschfahrer schon beim Auffahren auf die Autobahn merken, dass irgendwas nicht stimmt. Bisher habe sich die Methode aber nicht durchgesetzt. Auch sogenannte Asphaltkrallen, die die Reifen falschfahrender Autos aufschlitzen, seien keine Option - schließlich müssten auch Abschlepp- oder Rettungsfahrzeuge gelegentlich gegen die Fahrtrichtung auf die Autobahn auffahren, um an einen Unfallort zu gelangen.

Der ADAC Württemberg spricht sich für eine klare Trennung von Autobahnauffahrt und -abfahrt aus - gerne auch in Kombination mit einer guten Beschilderung. Allerdings müssten dafür viele bereits vorhandene Auffahrten umgebaut werden und das kann dauern.

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