Bei einem Großbrand in einer Autowerkstatt in Brackenheim (Kreis Heilbronn) ist ein Schaden von rund einer Million Euro entstanden. Am Donnerstagabend soll es bei Reparaturarbeiten zu einer Verpuffung gekommen sein, teilte die Polizei mit. Weitere Details müssen ermittelt werden.
Die gesamte Werkstatt stand in Flammen. Das Feuer griff auch auf Autos über, die auf dem Hof vor der Werkstatt standen. Diese brannten ebenfalls aus. Verletzt wurde der Polizei zufolge niemand.
Eigentümer der Werkstatt geschockt: "Es tut sehr weh"
Werkstatt-Eigentümer Semsettin Saglam ist am Freitagmorgen noch immer geschockt, wie er sagt. Er wohnt direkt neben der Werkstatt, habe am Abend Geschrei und Knallgeräusche gehört. Er sei erst von einer Auseinandersetzung ausgegangen, beim Blick nach draußen dann sah er seine Werkstatt in Flammen.
Erst 2023 habe er das Haus und die Werkstatt gekauft, viel Arbeit hineingesteckt. Den Brand hautnah mitzuerleben, habe "sehr wehgetan", sagte er dem SWR-Studio Heilbronn vor Ort.
Die Sanierung habe rund 100.000 Euro gekostet. Saglam vermutet: Er könne damit jetzt wieder von vorne anfangen - ein echter Schlag für ihn und seine Familie. Die Werkstatt ist seit knapp zwei Jahren vermietet. Die Versicherung sei informiert. Ob und was sie zahlen wird, sei aber noch offen, so Saglam weiter.
Das nimmt einen schon mit, wenn man so viel Arbeit investiert und das alles in einer halben Stunde verbrennt.
Großbrand in Autowerkstatt in Brackenheim: Umliegende Wohnhäuser nicht bewohnbar
Die angrenzenden Wohnhäuser wurden ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Wegen des starken Rauchs seien sie zum Teil vorerst nicht bewohnbar, heißt es von der Polizei. Das bestätigt auch Saglam. Sein Haus sei ebenfalls betroffen. Er kommt mit seiner Familie jetzt erst einmal bei einem Verwandten unter.
Die übrigen Bewohnerinnen und Bewohner der betroffenen Häuser konnten in der Nacht vorübergehend durch die Gemeinde untergebracht werden. Ein Teil der Betroffenen ist wieder zurück in den eigenen vier Wänden.
Hitze beschädigt andere Häuser: Fenster gesprungen, Rolläden geschmolzen
Einer davon ist Martin Schüle. Seine Fensterscheiben seien von der Hitze zersprungen, die Rollläden geschmolzen, die Pflanzen im Garten kaputt. "Ich hätte nicht damit gerechnet, dass die Hitze hier 20 Meter zu meinem Haus rüber kommt", so Schüle gegenüber dem SWR. Auch eine Haustür, die etwa 30 Meter von der Werkstatt entfernt war, ist geschmolzen.
Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Es geht auch darum, wie es zu der Verpuffung kommen konnte.