Während es draußen über 30 Grad heiß ist, heißt es drinnen Winterjacke und Handschuhe an: In Crailsheim (Kreis Schwäbisch Hall) befindet einer der wohl kältesten Arbeitsplätze im Land. Das Kühllager der Firma Bürger hat eine Kühlleistung, die rund 24.000 Kühlschränken entspricht. 150 Mitarbeitende verpacken, stapeln und kommissionieren dort Maultaschen, Schupfnudeln, Gnocchi und andere Produkte für Handel und Gastronomie. In Spitzenzeiten werden hier über 500 Tonnen Ware bewegt.
Im Hochregallager herrschen Minus 24 Grad. Am Eingang warnt ein rot blinkender Schriftzug vor den Gefahren. Hier arbeiten nur Roboter. Umstände wie am Gipfel des Kilimandscharo, beschreibt Geschäftsführer Michael Kugel das Szenario. Würde man die Umstände in Bergmetern umrechen, wären das bis zu 5.500 Höhenmeter.
Eiseskälte und kaum Sauerstoff im Hochregal-Lager
Hier bleibt einem schnell die Luft weg. Das Atmen fällt schwer. Menschen dürfen nur zu Wartungszwecken hinein, denn der Sauerstoffgehalt liegt bei gerade einmal 14,5 Prozent. Das hat Brandschützgründe, denn eine Sprinkleranlage würde bei diesen Temperaturen nicht funktionieren, sagt Michael Kugel. Eine längere Erholungsphase im normalen Sauerstoffbereich danach ist also Pflicht.
Dick eingepackt bei Minus 18 Grad
"Lieber hier drinnen wie draußen", zumindest bei 35 Grad im Schatten, sagt Mitarbeiter Mario Döring. Seit acht Jahren arbeitet er in dem Betrieb. An seinem Arbeitsplatz beträgt die Temperatur zeitweise bis zu Minus 18 Grad. Kein Problem für den dick in Winterklamotten eingepackten Mann. Er gewöhnt sich an die tiefen Temperaturen, verrät er.
Dafür braucht er spezielle Kleidung und immer wieder Aufwärmpausen. Je nach Aufgabe kommt er trotz Eiseskälte mächtig ins Schwitzen. Will er ganz nach draußen, muss er sich erst akklimatisieren. "Sonst kann es einen da schon mal umhauen", sagt er.