Jubel und gleichzeitig deutliche Verluste bei den Grünen

Landtagswahl 2026: So hat die Region Heilbronn-Franken gewählt

Baden-Württemberg hat einen neuen Landtag gewählt. Die Hochrechnungen und Auszählungen zeigen, die Ergebnisse in der Region unterscheiden sich deutlich zum Land.

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Von Autor/in Luca Bauer, Peter Wedig

Die Hochrechnungen und Auszählungen für ganz Baden-Württemberg zeigen: Die Grünen stehen ganz knapp vor der CDU. Katerstimmung dagegen bei SPD und FDP, die herbe Verluste einfahren. Während wiederum die AfD ihr Ergebnis klar verbessern kann. In Heilbronn-Franken hat die CDU dagegen alle Wahlkreise gewonnen. Die Grünen müssen deutliche Verluste hinnehmen. Die AfD ist in fünf von sechs Wahlkreisen die zweitstärkste Kraft.

Grünen verlieren in der Region viele Stimmen

Landesweit haben die Grünen zwar die meisten Stimmen geholt, mussten in der Region Heilbronn-Franken allerdings deutliche Verluste hinnehmen. In den Wahlkreisen Main-Tauber, Eppingen, Neckarsulm, Schwäbisch Hall und Hohenlohe gewann die CDU sowohl bei der Erst- als auch bei der Zweitstimme. Nur in Heilbronn hatten die Grünen bei der Zweitstimme, also der Stimme, mit der die Partei gewählt wird, eine knappe Mehrheit.

Bei der vergangenen Landtagswahl hatten die Grünen noch in allen Wahlkreisen in der Region die Mehrheit, außer im Main-Tauber-Kreis. 2021 hatte jeder Wähler und jede Wählerin nur eine Stimme, mit der die Parteien und die Direktkandidaten gleichermaßen gewählt wurden.

Parallel zum landesweiten Trend hat die SPD in den sechs Wahlkreisen in der Region deutlich an Stimmen verloren. Im Wahlkreis Eppingen zum Beispiel ein Minus von 6,6 Prozentpunkten. Die AfD hat dagegen fast überall zweistellig zugelegt. Außer im Main-Tauber-Kreis ist sie überall die zweitstärkste Kraft hinter der CDU.

Einige Änderungen bei den Direktmandaten

Nachdem sich 2021 noch die Grünen in Heilbronn das Direktmandat sicherten, holte sich der 65-jährige Thomas Strobl (CDU) jetzt mit 30,6 Prozent wieder das Direktmandat zurück. Auch im Wahlkreis Hohenlohe wechselt das Direktmandat wieder von den Grünen zur CDU. Tim Breitkreuz zieht mit 38,8 Prozent in den Landtag ein. Gleiches gilt für den Wahlkreis Neckarsulm. Dort bekommt Isabell Huber von der CDU das Direktmandat von den Grünen.

Ähnlich wie Huber kam Parteikollege Michael Preusch aus dem Wahlkreis Eppingen 2021 über ein Zweitmandat in den Landtag. Dieses Mal bekommt er mit 35,3 Prozent das Direktmandat. Sicher ist, dass Georg Heitlinger (FDP) nicht mehr im Landtag ist, da seine Partei an der fünf Prozent Hürde scheiterte. Erwin Köhler (Grüne) und Rainer Podeswa (AfD) könnten über die Landesliste noch in den Landtag kommen.

Auch im Wahlkreis Schwäbisch Hall wechselt das Direktmandat von den Grünen zur CDU. Isabell Rathgeb darf sich über 37,2 Prozent freuen. Unverändertes Bild dagegen im Main-Tauber-Kreis. Wolfgang Reinhart kommt dort in diesem Jahr auf 41,6 Prozent.

Welche Politiker über die Landeslisten der Parteien in den Landtag einziehen, entscheidet sich erst noch final.

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Reaktionen: Politiker erwarten langen Wahlabend

Für Innenminister Thomas Strobl (CDU) aus Heilbronn war nach den ersten Hochrechnungen noch nichts entschieden. Er geht von einem Abend aus, der nichts für schwache Nerven ist. "Die Kirche ist erst aus, wenn nicht mehr gesungen wird", so Strobl wörtlich. Auch Nico Weinmann von der FDP aus Heilbronn hatte die Hoffnung nach den ersten Hochrechnungen nicht direkt aufgegeben. Er hofft auf die Ergebnisse der Briefwahl, damit die FDP noch über die fünf Prozent Hürde in den Landtag kommt. Sein Parteikollege Luca Köngeter aus Schwäbisch Hall geht dagegen davon aus, dass eine Ära im Landtag endet.

Große Begeisterung und gute Stimmung herrscht bei den Grünen, zum Beispiel auch in Schwäbisch Hall. Direktkandidatin Lea Geldner ist "super begeistert" vom Ergebnis. Gejubelt hatte auch Robert Binder von den Linken im Main-Tauber-Kreis. Es sei das beste Ergebnis, dass seine Partei in Baden-Württemberg bislang erreicht hat. Enttäuscht zeigte sich dagegen Isabell Rathgeb von der CDU in Schwäbisch Hall. Für sie blieb das Ergebnis "leider unter den Erwartungen".

Hohe Wahlbeteiligung in der Region

Die Wahlbeteiligung hat in fast allen Wahlkreisen zugenommen. Nur im Main-Tauber-Kreis gab es einen Rückgang. Im Hohenlohekreis lag die Wahlbeteiligung sogar bei über 70 Prozent, das ist ein Plus von fast acht Prozentpunkten. Auch in Heilbronn gab es ein Plus von drei Prozentpunkten. Dort lag die Wahlbeteiligung bei 63,3 Prozent. Ein Faktor sei diesmal sicherlich die höhere Beteiligung bei der Briefwahl, so eine Sprecherin.

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Luca Bauer
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Peter Wedig
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