In ganz Baden-Württemberg stehen bei der Landtagswahl am 8. März tausende Ehrenamtliche in den Wahllokalen, prüfen Ausweise, geben Stimmzettel aus und zählen am Abend Stimmen aus. Viele Städte in Heilbronn-Franken melden, dass sie genügend ehrenamtliche Wahlhelfer für die kommende Wahl haben - in Öhringen (Hohenlohekreis) sogar zu viele. Doch was bewegt Menschen dazu, einen Sonntag für dieses Amt zu investieren?
Engagement als Wahlhelferin aus Überzeugung für die Demokratie
Für Wahlhelferin Daniela Löser aus Wertheim (Main-Tauber-Kreis) ist es nicht die erste Wahl, bei der sie ehrenamtlich hilft. Bereits seit ihrer Studienzeit engagiert sie sich regelmäßig. Ihre Motivation dabei: "Wenn man heute Nachrichten liest [...] oder Fernsehen schaut, dann hört man ja jeden Tag, dass es nicht selbstverständlich ist, dass wir in einer Demokratie leben können und dass wir hier in unserem demokratischen Land auch etwas dazu beitragen können". Für sie sei das Ehrenamt deshalb auch eine persönliche Verantwortung.
Das ist meine Motivation, dass wir die freiheitlich-demokratische Grundordnung bewahren, und deshalb engagiere ich mich dann am Wahltag als Wahlhelferin, weil ich hier meinen persönlichen Beitrag beisteuern kann.
"Demokratie live" erleben als Motivation
Auch Sabine Salzmann aus Wertheim nennt das Interesse am Ablauf der Wahl als wichtigen Grund für ihr Engagement. Sie half erstmals bei der Europa- und Gemeinderatswahl 2024 mit und wurde für die kommende Landtagswahl erneut angefragt. Als Wahlhelferin erlebe man "Demokratie live", sagt sie.
Besonders die Auszählung habe ihr gezeigt, wie transparent das Verfahren sei und dass Wahlen in Deutschland fair ablaufen. Für sie bekommt die kommende Wahl zusätzlich eine persönliche Bedeutung, weil ihr 16-jähriger Sohn zum ersten Mal wählen darf.
Wahl nur möglich durch genügend Helfende
Für Svenja Riese aus Heilbronn gehört das Ehrenamt dagegen schon lange dazu. Seit sie 18 Jahre alt ist, hat sie bei jeder Wahl mitgeholfen. Beruflich arbeitet sie in der Stadtkämmerei, zuvor war sie in kleineren Kommunen tätig. Dort sei es üblich, dass Verwaltungsmitarbeitende bei Wahlen unterstützen. Besonders spannend findet sie die Abläufe bei einer Wahl. Gleichzeitig ist ihr bewusst, wie wichtig freiwillige Unterstützung ist.
Die Wahl ist darauf angewiesen, dass genügend Helfer da sind.
Ausreichend ehrenamtliche Wahlhelfende in allen angefragten Städten
In Heilbronn konnten alle Wahlhelferstellen besetzt werden, so Wahlleiterin Petra Faber. Zusätzlich gibt es dort sogar eine Ersatzliste für kurzfristige Ausfälle, weil sich neben erfahrenen Kräften auch neue Freiwillige gemeldet haben. Auch in Künzelsau (Hohenlohekreis) gab es keine Schwierigkeiten, da die Stadt auf einen großen und verlässlichen Kreis erfahrener Wahlhelfender zurückgreifen kann, so Elke Sturm von der Stadtverwaltung.
Ähnlich ist die Lage in Wertheim: Dort deckt die Zahl der Freiwilligen den Bedarf vollständig, ein zusätzlicher Aufruf war nicht nötig, teilte Luna Horn von der Stadtverwaltung mit.
Öhringen: Mehr Bewerbungen als Plätze
In Öhringen (Hohenlohekreis) melden sich nach Angaben der Stadtverwaltung regelmäßig interessierte Bürgerinnen und Bürger von selbst, teilweise sogar aus anderen Gemeinden. Das sei nur bei einer Landtagswahl möglich. Zunächst priorisiere man aber die Freiwilligen aus Öhringen, so Angela Bort, Organisatorin der Wahl in Öhringen.
Ohne dass wir aktiv Werbung machen, melden sich einige interessierte und engagierte Bürgerinnen und Bürger aus unserer Stadt und fragen sogar aus anderen Gemeinden bei uns an.
In Schwäbisch Hall hat man sich an den Teams der vergangenen Bundestagswahl orientiert, die Wahlvorstehenden haben ihre eingespielten Gruppen angemeldet, ergänzt durch einige neue Freiwillige.