Ein ungewöhnliches Straßenschild sorgt derzeit im Weinsberger Teilort Gellmersbach (Kreis Heilbronn) für Aufmerksamkeit. Statt des vertrauten gelben Ortsschilds mit dem Schriftzug "Weinsberg-Gellmersbach" steht am Ortseingang und -ausgang derzeit ein schlichtes, neutrales Schild. Der Grund: Das Original wurde vor mehreren Wochen gestohlen.
Klau von Ortsschildern: Seltenes Phänomen
Nach Angaben des Landratsamts Heilbronn ist der Diebstahl von Ortsschildern kein Einzelfall, aber dennoch eher selten. "So etwas passiert im Landkreis zwei- bis dreimal im Jahr", erklärte Michael Brand vom Landratsamt Heilbronn. Zuletzt wurde im August dieses Jahres in Offenau (Kreis Heilbronn) ein Ortsschild "abmontiert und mitgenommen", so die Polizei.
Und auch die Gemeinde Großrinderfeld (Main-Tauber-Kreis) wurde bereits im August 2024 Schilder-Klau-Opfer. Wie die Polizei damals berichtete, haben Zeugen mitten in der Nacht beobachtet, wie drei Täter das Schild am Ortsausgang abschraubten. Sie luden es in einen kleinen Pkw und flüchteten.
Wenn Schilder fehlen: Ersatztafeln übernehmen die Funktion
Für solche Fälle hält die Behörde rund zehn neutrale Ersatztafeln bereit. Die können bei Bedarf provisorisch eingesetzt werden - wie auch im aktuellen Fall. Die Weinsberger Bürgermeisterin Birgit Hannemann (CDU) hofft auf jeden Fall darauf, dass der Schilder-Klau eine absolute Ausnahme bleibt.
In Weinsberg war das der erste Fall und bleibt hoffentlich auch der letzte.
Auch wenn auf diesen Schildern kein Ortsname steht, erfüllen sie ihren Zweck, betont sie: Sie signalisieren den Beginn beziehungsweise das Ende einer geschlossenen Ortschaft - und damit auch die geltenden Verkehrsregeln, etwa Tempo 50.
Weinsberg-Gellmersbach: Landratsamt hat neues Schild bestellt
Das gestohlene Originalschild war laut Brand vor etwa vier bis sechs Wochen verschwunden. Ein neues sei bereits bestellt. Allerdings verzögere sich die Lieferung wegen der zurückliegenden Ferienzeit etwas. "Das Schild ist im Zulauf", so Brand.
Die Kosten für ein Ortsschild belaufen sich auf rund 100 Euro. Hinzu kommen etwa 100 Euro für die Montage durch die Straßenmeisterei.
Bis das neue Schild montiert ist, bleibt das neutrale Ersatzschild stehen. Und es wird vermutlich auch weiter für neugierige und amüsierte Blicke sorgen.