Der Prozess um Misshandlung, eine Entführung und versuchten Mord in Künzelsau (Hohenlohekreis) hat mit einem Geständnis begonnen. Der 29-jährige Angeklagte räumte am Freitag vor dem Landgericht Heilbronn fast alle Vorwürfe ein. Der Fall erregte im Juni 2025 Aufsehen, weil der Mann seine Ex-Freundin halb nackt und schwer verletzt durch Künzelsau gezerrt haben soll.
Angeklagter geständig: "Ich wollte sie nicht umbringen"
Laut Anklage hat der Mann die Frau über Monate hinweg immer wieder zusammengeschlagen. Dass er dabei beispielsweise auch mit einer Stabtaschenlampe auf das Opfer eingeschlagen haben soll, gab er ohne Umschweif zu. Ebenso, dass es immer wieder Gewalt gegeben habe, die ausschließlich von ihm ausgegangen sei.
Einzig, dass er seine Ex-Freundin habe umbringen wollen, wie es ihm vorgeworfen wird, das stimme nicht. Dennoch, so das Gericht, habe er den Tod der Frau mehrfach in Kauf genommen. Dass es überhaupt immer wieder zu Gewalt und Streit gekommen sei, erklärt der Angeklagte mit Eifersucht, Aggressionsproblemen und Drogenkonsum.
29-Jähriger entführt Ex-Freundin aus Frauenhaus in Künzelsau
Weil er drogenabhängig und obdachlos war, nahm das Opfer den Angeklagten in der eigenen Wohnung auf. So kam es immer wieder zu schwerer Gewalt, bis sich die Frau im Juni 2025 in ein Frauenhaus in Künzelsau rettete. Doch auch dort fand er sie. Im Rausch und weil sich die Frau endgültig von ihm trennen wollte, kletterte er über den Zaun des Geländes.
Dort rastete er wieder aus, schlug und beleidigte das Opfer. Als andere Frauen ans Fenster kamen, packte er sie und entführte sie. So kam es dann auch zu den Szenen in der Innenstadt von Künzelsau. Zwei Tage später konnte sich die Frau befreien, die Polizei rufen und sie zu dem Angeklagten führen.
Ex-Freundin misshandelt und entführt: Angeklagter mehrfach vorbestraft
Der 29-Jährige ist mehrfach vorbestraft - auch wegen häuslicher Gewalt. Zum Prozess kam er aus der Haft, denn auch aktuell sitzt er - wegen eines anderen, nicht näher benannten Vergehens - im Gefängnis. Dort habe er einen Drogenentzug gemacht. Wenn er heute zurückblicke, so seine Aussage, könne er nicht mehr verstehen, was damals mit ihm los gewesen sei. Er schäme sich.