Laute Musik und dröhnende Motoren: Seit Jahren treffen sich Raser und Autoposer in Heilbronn. Doch nun ist die PS-Szene woanders zu finden. Statt auf Parkplätzen von Supermärkten und Co wird jetzt im Zukunftspark "Wohlgelegen" gepost - und zwar inmitten von Hightech-Firmen, die eigentlich für Zukunftstechnologien stehen.
Autoposer im "Wohlgelegen": Fröhliche Stimmung bis die Motoren aufheulen
Getunte Fahrzeuge soweit das Auge reicht: Hier am Parkplatz "Wohlgelegen" kommen PS-Fans seit geraumer Zeit auf ihre Kosten. Eine SWR-Reporterin war selbst vor Ort und berichtet von einer zunächst entspannten Atmosphäre: Musik klingt aus den Autos, die jungen Leute stehen zusammen und lachen.
Doch es dauert nicht lange: Dann rasen die ersten Autos mit hoher Geschwindigkeit durch die Parkplatzallee. "Da dachte ich: Wenn das so weitergeht, passiert hier irgendwann ein Unfall", so die SWR-Reporterin. Neben der Gefahr für Passanten bleibt auch viel Müll liegen: Fast-Food-Verpackungen, Zigarettenstummel oder auch Getränkekartons.
Verstärkte Kontrollen in Heilbronn: Polizei mit Maßnahmenpaket "Poser und Raser"
Das Phänomen des sogenannten Autoposings sei in Heilbronn seit Jahren präsent, so die Polizei. "Wir intensivieren die Überwachung an kritischen Standorten", hieß es im Sommer aus dem Präsidium. Damals war die Szene noch an anderen Parkplätzen in der Stadt zu finden. Vermutlich aufgrund der Polizeikontrollen habe sich die Szene eine neue Location gesucht - zunächst auf dem alten BUGA-Gelände "Neckarbogen" - und jetzt eben im "Wohlgelegen".
Aktuell seien es jetzt im "Wohlgelegen" aber deutlich weniger aufgemotzte Autos als noch an den altbekannten Orten, erklärte Polizeisprecher Manuel Unser auf SWR-Anfrage.
Zwischen 40 und 70 Fahrzeuge wurden zuletzt bei Kontrollen im "Wohlgelegen" gezählt.
Nach wie vor aber gilt, so die Polizei: Wer zu laut, zu schnell oder mit illegal umgebautem Fahrzeug unterwegs ist, soll künftig stärker zur Rechenschaft gezogen werden. Und so müssen die Poser nicht nur mit Platzverweisen rechnen. Sie könnten auch an die Fahrerlaubnisbehörde gemeldet werden. In schweren Fällen werden die Autos auch beschlagnahmt, heißt es von der Polizei.