Von Secondhand-Kaufhaus bis "Seelenschmaus"

Rekordnachfrage in Heilbronn: Winter verstärkt Bedarf an sozialer Hilfe

Die Nachfrage nach sozialen Angeboten in Heilbronn ist so hoch wie nie. Vor allem günstige Winterkleidung ist gefragt. Und auch der Bedarf an warmem Essen bleibt ungebrochen groß.

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Von Autor/in Francesco Barbera

Die soziale und finanzielle Lage in Heilbronn ist angespannt und verschärft sich mit Beginn der Wintermonate weiter. Das zeigt sich an der gestiegenen Nachfrage nach sozialen Angeboten: Das Secondhand-Kaufhaus der Aufbaugilde verzeichnet so viele Kundinnen und Kunden wie nie zuvor und plant zusätzliche Aktionen. Auch der "Seelenschmaus" bleibt gut besucht und bietet mit seinen günstigen Mahlzeiten nicht nur finanzielle Entlastung, sondern auch Gemeinschaft - besonders für ältere Menschen, die sich einsam fühlen. Im ländlichen Raum wie dem Hohenlohe- und dem Main-Tauber-Kreis sind solche Entwicklungen bislang weniger deutlich zu beobachten.

Rekordnachfrage im Heilbronner sozialen Secondhand-Kaufhaus 

Der Geschäftsbereichsleiter des Secondhand-Kaufhauses der Aufbaugilde, Jörg Kiefer, spricht dem SWR gegenüber von einer Rekordnachfrage. Vor allem bei Winterjacken und warme Schuhe würden Kundinnen und Kunden mit dem Einbruch der kalten Jahreszeit vermehrt zugreifen. Ihre Hoffnung dabei: qualitativ gute Artikel für möglichst wenig Geld einzukaufen.

Der gemeinnützige Laden richtet sich besonders an Menschen mit geringem Einkommen. Wegen des wachsenden Bedarfs will das Kaufhaus Anfang Dezember zusätzlich 50 Prozent Rabatt auf Winterartikel geben, um diejenigen zu entlasten, die am stärksten von den steigenden Lebenshaltungskosten betroffen sind. Die erhöhte Nachfrage im Vergleich zu den Vorjahren beobachte man bereits das ganze Jahr über, so Kiefer. 

Mit wenig Geld und einsam: Viele Gäste beim Heilbronner "Seelenschmaus"

Weiterhin stark besucht ist auch der sogenannte "Seelenschmaus" in der Nikolaikirche, bestätigte Pfarrerin Miriam Haar. Zweimal pro Woche gibt es dort mittags warme Mahlzeiten zu einem niedrigen Preis - für die weniger Wohlhabenden sind es momentan zwei Euro fünfzig. Auch hier sei die Nachfrage etwas gestiegen.

Dabei spiele der finanzielle Aspekt bei den Gästen eine wichtige Rolle, hört man hauptsächlich von Rentnerinnen. Die Rente sei zu niedrig. Doch bei den meisten regelmäßigen Besucherinnen und Besuchern gehe es nicht nur um das Geld, sondern auch um das gemeinsame Miteinander.

Dass die Einsamkeit im Alter besonders hart zuschlägt, merkt man an ihren Geschichten: Einige haben niemanden mehr zu Hause, andere langweilen sich dort nur noch und verbringen daher gerne wieder einmal eine Stunde mit inzwischen gut Bekannten beim "Seelenschmaus". Dabei sei es auch interessant, Menschen mit verschiedenen Hintergründen kennenzulernen und ihre Geschichten zu hören, so eine ältere Stammgästin.

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In kleineren Zentren ist eine Veränderung kaum sichtbar 

Doch wohl nicht alle Städte sind gleichermaßen von einer spürbaren Verschlechterung der sozialen Lage betroffen. Vor allem im Hohenlohe- und Main-Tauber-Kreis seien keine Veränderungen etwa bei der Tafel oder ähnlichen Angeboten festzustellen, heißt es von der Wertheimer Tafel und der Erlacher Höhe. Das könne aber auch daran liegen, dass sich einige aus Scham nicht trauen, solche Angebote in Anspruch zu nehmen.

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