Vor drei Wochen sind zwei Mitarbeiter der Firma Hänel in Bad Friedrichshall (Kreis Heilbronn) an ihrem Arbeitsplatz erschossen worden. Der mutmaßliche Täter, ein 52-jähriger Arbeitskollege, sitzt in U-Haft. Ein dritter Mann liegt weiterhin mit schweren Verletzungen im Krankenhaus, sagte Bürgermeister Timo Frey (CDU) dem SWR.
Ihm fällt es schwer, zur Tagesordnung überzugehen. Die Tat sei weiterhin täglich präsent. Ähnlich geht es vielen Bürgerinnen und Bürgern, das zeigt eine nicht repräsentative SWR-Umfrage in der Innenstadt. Frey fordert für die Zukunft, dass Gesetze konsequenter umgesetzt werden.
Keine Normalität für Mitarbeitende
Rund eine Woche war die Firma nach dem Vorfall geschlossen. Für die Mitarbeitenden gibt es wohl keine Möglichkeit, zur Normalität zurückzukehren, sagte Frey. Die Stadt ist seit dem 7. Januar im engen Austausch mit der Firma. Erst vor wenigen Tagen haben sich beide Seiten über die Vorbereitungen für eine Trauerfeier unterhalten. Der Termin soll aber vertraulich bleiben.
Es wird auch immer deutlich, dass solche Taten aus heiterem Himmel Familien zerstören.
Vielen würde es laut Frey besser gehen, wenn die genauen Hintergründe der Tat vollständig von der Polizei aufgeklärt würden. Auch wenn es zu dem "Warum" wohl nie eine befriedigende Antwort geben wird.
Schärfere Gesetze machen für Bürgermeister Timo Frey keinen Sinn
Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Heilbronn dem SWR sagte, hat sich der Beschuldigte zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert. Er war noch in der derselben Nacht in seinem Wohnhaus im rund 30 Kilometer entfernten Seckach (Neckar-Odenwald-Kreis) festgenommen worden.
Bürgermeister Timo Frey findet es besorgniserregend, wie sehr sich die Gewalttaten in den vergangenen Wochen und Monaten gehäuft haben. Man müsse sich deshalb die Frage stellen, wohin das führt. Von schärferen Gesetzen hält Frey nichts, da oft menschliches Verhalten die Ursache sei. Außerdem sei das Waffenrecht in Deutschland schon eines der schärfsten in Europa. Es müsse nur konsequent umgesetzt werden.
Auch wenn die Taten in Bad Friedrichshall und Aschaffenburg völlig unterschiedlich sind, frage ich mich, was mit der Gesellschaft los ist.
Veranstaltungen dürfen nicht infrage gestellt werden
Solche Vorfälle wie in Bad Friedrichshall und im bayerischen Aschaffenburg führen laut Frey dazu, dass sich immer mehr Bürger fragen, ob städtische Veranstaltungen sicher sind. Der Schutz der Bevölkerung sei aber eine Daueraufgabe. Es wäre allerdings eine völlig falsche Reaktion, alle Veranstaltungen infrage zu stellen.