Während in Obersulm (Kreis Heilbronn) ein Streit zwischen einem Mann und einer Bademeisterin in einem Tumult und mit einem Polizeieinsatz endete, mussten in Heilbronn Sicherheitskräfte am Mittwochabend einen Konflikt zwischen Jugendgruppen schlichten. Die Ereignisse der vergangenen Tage und Wochen sorgen für Diskussionen. Einige Freibäder setzen inzwischen gezielt auf Security-Personal. Andere sehen dafür aktuell keinen Anlass.
Polizei im Freibad: Nach Vorfällen wächst die Aufmerksamkeit
Besonders der Tumult im Freibad Obersulm-Affaltrach hat in dieser Woche für Schlagzeilen gesorgt. Inzwischen hat die Polizei neue Erkenntnisse veröffentlicht: Entgegen erster Vermutungen soll das neue Rauchverbot nicht Auslöser des Streits zwischen einem Mann und einer Bademeisterin gewesen sein. Fest steht jedoch, dass es anschließend zu einem Handgemenge zwischen mehreren Personen und der alarmierten Polizei kam. Eine Frau und eine Polizistin wurden dabei leicht verletzt.
Stadt will Konsequenzen ziehen Tumult im Freibad Obersulm: Polizei nimmt zwei Männer fest
Im Freibad in Obersulm ist es zu einem Tumult gekommen. Auslöser war ein Streit zwischen einem Mann und der Bademeisterin. Die Polizei musste eingreifen.
Kurz darauf kam es auch im Heilbronner Freibad Gesundbrunnen zu einer Auseinandersetzung. Zwei Jugendgruppen gerieten kurz vor Badeschluss aneinander. Nach Angaben der Stadtwerke konnten die eingesetzten Sicherheitskräfte die Situation zunächst entschärfen und die Beteiligten aus dem Freibad begleiten.
Erst später eskalierte die Lage erneut - allerdings außerhalb des Geländes. Auf dem Parkplatz soll der Vater eines beteiligten Jugendlichen auf einen anderen Jugendlichen losgegangen sein. Daraufhin wurde die Polizei hinzugezogen.
Heilbronn setzt seit Jahren auf Sicherheit
Trotz des Vorfalls sieht die Betreiberin, die Stadtwerke Heilbronn, aber keinen Anlass zur Sorge. Die Sicherheitslage in den Heilbronner Freibädern sei weiterhin gut. Eine auffällige Zunahme von Problemen gebe es nicht.
In dieser Freibadsaison gab es keine auffällige Häufung von Vorfällen [...]. Unsere Badegäste verhalten sich überwiegend rücksichtsvoll.
Auch sei die Situation insgesamt mit den Vorjahren vergleichbar. Auf Security verzichten will man dennoch nicht. An Tagen mit besonders vielen Besucherinnen und Besuchern werden seit Jahren externe Sicherheitskräfte eingesetzt, heißt es. Sie sollen Konflikte früh erkennen und deeskalierend eingreifen, bevor Situationen außer Kontrolle geraten. Am Mittwochabend war dies der Fall. Alles habe nach Plan funktioniert.
Satteldorf hat aus einer Krisensituation gelernt
Wie schnell ein Freibad an seine Grenzen geraten kann, hat die Gemeinde Satteldorf (Kreis Schwäbsich Hall) bereits im vergangenen Sommer erlebt. Badegäste hatten trotz Einlassstopps das Freibadgelände gestürmt und waren über die Zäune geklettert. Nach dem Vorfall war sogar eine mögliche Schließung des Freibads im Gespräch. Die Gemeinde reagierte daraufhin mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen und engagierte Security-Personal.
Schließung in Satteldorf nicht vom Tisch Folge nach Sturm auf Freibad: Betroffene berichten über tumultartige Zustände und Angst
Eineinhalb Wochen nach dem Sturm auf das Freibad Satteldorf wirkt der Vorfall noch nach. Die Kiosk-Betreiberin spricht von Angst, der Bürgermeister hofft auf einen Einzelfall.
Heute fällt die Bilanz deutlich positiver aus, berichtet Bürgermeister Thomas Haas (CDU). Seitdem habe es keine vergleichbare Situation mehr gegeben. Auch, wenn das Freibad wegen der heißen Temperaturen gut besucht ist, erlebe man einen "geordneten Badebetrieb". An besonders heißen Wochenenden bleibt Security dennoch Teil des Konzepts. Die Unterstützung durch einen Sicherheitsdienst habe sich bewährt und solle vor allem präventiv wirken, so Haas weiter.
Freier Eintritt in Niedernhall: War der Ansturm groß?
Dass ein heißer Sommer mit vollen Becken nicht automatisch Probleme bedeutet, zeigt dagegen das Freibad in Niedernhall (Hohenlohekreis). Dort war sogar der Eintritt wegen Problemen mit einem neuen Kassensystem wochenlang kostenlos. Eigentlich beste Voraussetzungen für einen Besucheransturm. Doch der hielt sich in Grenzen, sagte Bürgermeister Achim Beck (parteilos) im SWR-Interview: "Es waren pro Tag vielleicht so 300 Menschen mehr im Freibad als sonst, aber was schön war - vereinzelt auch neue Badegäste."
Aber so grundsätzlich war es jetzt nicht so, dass man sagen kann, die ganze Region ist nach Niedernhall gefahren.
Noch wichtiger aber: Besondere Sicherheitsprobleme gab es nach Angaben der Stadt nicht. Achim Beck berichtet von einer ruhigen Saison. "Wir haben keine besonderen Vorkommnisse, sondern eher mal so die klassischen Unfälle mit einem Bienenstich oder Ähnliches." Auch auf einen Sicherheitsdienst kann das Freibad bislang verzichten. Größere Konflikte habe es nicht gegeben, "außer vielleicht mal ein kleines Gerangel, aber keine Prügelei", so Beck.
Hohe Kosten für Freibäder - Sicherheitsdienst kostet zusätzlich
Darüber ist Beck übrigens froh, denn sonst käme mit den Kosten für die Security noch eine weitere finanzielle Herausforderung hinzu. Auch in Satteldorf klagt man ohnehin schon über "steigende Betriebs- und Energiekosten", auch "qualifizierte Fachkräfte" kosteten Geld - und die Sicherheitsmaßnahmen kommen obendrauf.
Gleichzeitig richtet Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck mit Blick auf die jüngsten Vorfälle in anderen Freibädern einen klaren Appell an die Badegäste: "Ich bedauere das wirklich arg, weil Freibad ist Urlaubssituation - nur eben zu Hause - und ich wundere mich, dass es zu solchen Ausschreitungen kommt und appelliere einfach auch an die Menschheit, dass wir da doch ein gutes Miteinander in so einer wunderbaren Atmosphäre pflegen sollten."