Schließung in Satteldorf nicht vom Tisch

Folge nach Sturm auf Freibad: Betroffene berichten über tumultartige Zustände und Angst

Eineinhalb Wochen nach dem Sturm auf das Freibad Satteldorf wirkt der Vorfall noch nach. Die Kiosk-Betreiberin spricht von Angst, der Bürgermeister hofft auf einen Einzelfall.

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Stand

Von Autor/in Jan Arnecke

Die Sonne knallt, doch das Freibad ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Das hat vor rund eineinhalb Wochen in Satteldorf (Kreis Schwäbisch Hall) zu Tumulten geführt. 1.500 Besucherinnen und Besucher können in das Freibad. Die Kapazitäten waren schon am Mittag ausgeschöpft. Deshalb hieß es dann: "Keiner kommt mehr rein."

Das wollten sich einige potenzielle Gäste nicht gefallen lassen. Zum Teil wurde von "Anarchie" gesprochen. Menschen seien über den Zaun geklettert, andere hätten sich Zutritt zum Kiosk und der Küche verschafft, berichtet Peggy Knüpfer-Knab, die Kiosk-Betreiberin.

Ich hatte Angst!

Tumult im Freibad: Kiosk-Betreiberin hat sich im Kiosk eingeschlossen

Seit der letzten Saison betreibt Peggy Knüpfer-Knab den Kiosk im Freibad. Einen solchen Ausnahmezustand habe sie noch nicht erlebt. Sie habe Angst bekommen, auch um ihre 17-jährige Tochter. Die war eigentlich nur zum Baden da. Als sie die Menschenmassen vor dem Kiosk-Fenster gesehen hatte, fragte sie, ob sie helfen solle. "Ich war sehr dankbar, dass ich einen männlichen Mitarbeiter hatte, der hinter mir stand", erinnert sich Knüpfer-Knab.

Die Menschenmenge hätte sich dann Zugang zum Kiosk und der Küche verschafft. "Die wollten ihre Pommes dann selbst machen, weil es nicht schnell genug ging."

Bürgermeister Thomas Haas (CDU) habe ihr dann gesagt, sie solle den Kiosk vorerst schließen, damit auch sie und ihre Helferinnen und Helfer sich etwas beruhigen und durchatmen können. "Wir haben uns dann eingeschlossen, damit uns nichts passiert", so Knüpfer-Knab weiter - und das bei Temperaturen von gefühlt 60 Grad im Kiosk.

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1.000 Euro pro Woche - "Zum Glück" kann sich Satteldorf einen Sicherheitsdienst leisten

Die Sicherheit - auch der Mitarbeitenden im Schwimmbad selbst - ist auch Thomas Haas ein besonderes Anliegen. Drei bis vier Leute seien das vom Badepersonal. Für Sicherheit abseits des Wassers zu sorgen und Menschen davon abzuhalten, über den Zaun zu klettern, sei nicht deren Aufgabe. Auch deshalb gibt es jetzt am Wochenende einen Sicherheitsdienst, der extra dafür engagiert wurde. Kosten von rund 1.000 Euro pro Woche, erklärt Haas. Das sei ein Service der Gemeinde.

"Zum Glück", so Haas, sei man in einer finanziellen Lage, sich einerseits das Freibad leisten zu können. Das könne ohnehin nicht wirtschaftlich betrieben werden. Andererseits habe man so auch das Geld, um es eben in die Sicherheit des Personals und der Gäste zu investieren, die sich an die Regeln halten.

Bei einer schwächeren Finanzlage hätte man sich das nicht leisten können. Zusätzlich wurde der Zaun mit Stacheldraht versehen, damit künftig niemand mehr unbefugt darüber klettern und ins Freibad kommen kann.

Schließung des Bades noch nicht ganz vom Tisch

Dann hätte das Bad wohl für alle in dieser Saison geschlossen werden müssen. Haas betont aber, dass diese "absolute Schließung des Bades" auch weiterhin im Raum stehe "und zwar dann, wenn eben die Situation hier nicht verantwortbar ist", so Haas im SWR-Interview. Am vergangenen Wochenende blieb es aber erst einmal ruhig, der Einsatz der Sicherheitskräfte scheint zu funktionieren. Dennoch wird man in Satteldorf die Saison über ein wachsames Auge auf das Freibad werfen.

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