Die Weihnachtsmärkte stehen schon in den Startlöchern. Doch es wächst nicht nur die Vorfreude auf festlich geschmückte Buden und glitzernde Lichter - vor allem die Frage nach der Sicherheit bewegt die Menschen. Viele Städte und Kommunen in der Region Heilbronn-Franken haben ihre Sicherheitskonzepte noch einmal aufgerüstet. Doch die Kosten gehen weit auseinander. Während Heilbronn auf teure High-Tech-Poller setzt, finden kleinere Städte auf kreative und kostengünstigere Lösungen.
Heilbronn setzt bei Weihnachtsmarkt auf High-Tech-Schutz
Nicht alle Kommunen können mit den hohen Ausgaben der Stadt Heilbronn mithalten. Sie hat sich für ein besonders aufwendiges Sicherheitskonzept entschieden: 250.000 Euro sollen in zertifizierte Abwehrpoller investiert werden. Das hat der Gemeinderat im Oktober beschlossen. Und dabei handelt es sich lediglich um die Mietkosten der Poller für die Dauer des Weihnachtsmarktes.
Die modernen, in der Schweiz hergestellten Poller sollen verhindern, dass unbefugte Fahrzeuge auf das Veranstaltungsgelände gelangen. Bereits beim Lichterfest und beim Weindorf wurden solche Poller eingesetzt, was die Stadt insgesamt bereits etwa 350.000 Euro gekostet hat.
Günstigere Varianten in kleineren Städten
Die Stadt Öhringen (Hohenlohekreis) hingegen setzt auf eine flexiblere, nachhaltigere und günstigere Lösung. Kultur- und Veranstaltungsleiter David König erklärt: Das Öhringer Sicherheitskonzept sei bei verschiedenen städtischen Großveranstaltungen anwendbar. Bereits im Sommer wurde der temporäre Zufahrtsschutz in Form von Betonpollern und Sandsäcken "erfolgreich umgesetzt", sagte er.
Damit sind wir [...] für den kommenden Weihnachtsmarkt gut ausgestattet.
Für den Weihnachtsmarkt werden nun noch ein paar zusätzliche Sandsäcke benötigt. Außerdem müsse das Personal zur Überwachung der Sperren leicht aufgestockt werden, so König. Das erhöhe die Kosten um einen niedrigen vierstelligen Betrag.
Kosteneffizienz in Forchtenberg und Kreativität in Külsheim
Bewährte Maßnahmen, ohne das Sicherheitskonzept signifikant zu verändern - so heißt im Gegenzug die Devise in Forchtenberg (Hohenlohekreis). Dort bleibt man bei den gewohnten Sicherheitsmaßnahmen. "Wir haben einmalig entsprechende Durchfahrtsbeschränkungen erworben", erklärt die Stadtverwaltung. Für den Weihnachtsmarkt wird man daher keine zusätzlichen Ausgaben haben.
In Külsheim (Main-Tauber-Kreis) setzt man eine noch kreativere Lösung um: Hier wurden ehemalige Panzersperren für den Weihnachtsmarkt reaktiviert. Diese Sperren, die von der Bundeswehr stammen und zuvor als militärische Absperrungen dienten, wurden lediglich neu gestrichen. Ein Aufwand von etwa 1.000 Euro für Farbe und Arbeitszeit. "Die Preise für Poller von Fachfirmen sind so unverschämt in die Höhe gestiegen, dass sich die Kommunen was einfallen lassen müssen", erklärte eine Sprecherin der Stadt Külsheim auf SWR-Anfrage.