Die Diskussion um die Sicherheit großer Veranstaltungen spitzt sich in Heilbronn weiter zu. Grund ist der hohe finanzielle Aufwand, den die Stadt in diesem Jahr für den Weihnachtsmarkt betreiben will: 250.000 Euro - allein für die Miete mobiler Straßensperren. Die Bundesvereinigung der City- und Stadtmarketinggesellschaften (bcsd) fordert, dass der Bund sich stärker an den Kosten beteiligt. Terrorabwehr sei keine kommunale Aufgabe, heißt es.
Weihnachtsmarkt in Heilbronn bestmöglich geschützt
Steffen Schoch von der Heilbronn Marketinggesellschaft (HMG) bekräftigt: Die Sicherheitsmaßnahmen der Stadt entsprechen der höchsten Schutzkategorie, also der Terrorabwehr. Der Weihnachtsmarkt sei demnach bestmöglich geschützt. Doch Schoch stellt die Frage, wie die Stadt solche Summen künftig tragen soll.
Auch mit Blick auf kommende Veranstaltungen, wie dem Pferdemarkt im Februar, sei die Lage angespannt. Dieser soll - Stand jetzt - stattfinden. Wo und in welchem Umfang, ist allerdings noch offen.
Immerhin liegt der Stadtverwaltung bereits ein Entwurf für ein neues Sicherheitskonzept für Großveranstaltungen vor. Der werde nun ausgewertet, heißt es. Danach soll entschieden werden, ob Poller künftig weiterhin gemietet oder eventuell gekauft werden - und welche Modelle überhaupt infrage kommen.
Forderung: Terrorabwehr darf nicht bei Kommunen hängen bleiben
Unterstützung kommt auch vom Deutschen Städtetag. Dessen Hauptgeschäftsführer Christian Schuchardt betont: "Bund und Länder müssen in Zukunft die Finanzierung von Sicherheitsmaßnahmen übernehmen, die Terroranschläge verhindern sollen."
Weihnachtsmärkte und Stadtfeste [...] gehören zum typischen Charakter der Städte und sind ein echtes Kulturgut.
Diese "Orte des Miteinanders" dürfe man sich nicht nehmen lassen.