Nach lauter Kritik an TFA-Einleitungen in den Neckar

Solvay will Produktion von TFA einstellen und streicht Stellen für eine Neuausrichtung

Solvay will die Produktion der "Ewigkeitschemikalie" Trifluoressigsäure (TFA) in Bad Wimpfen bis Anfang 2026 einstellen - nach jahrelanger Kritik an Einleitungen in den Neckar.

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Der Chemiekonzern Solvay wird die Produktion von Trifluoressigsäure (TFA) und verwandten Stoffen am Standort Bad Wimpfen (Kreis Heilbronn) bis Anfang 2026 einstellen. Das gab Solvay in einer Mitteilung auf seiner Website bekannt.

Darin spricht das Unternehmen von einer strategischen Neuausrichtung in einem herausfordernden Marktumfeld. 100 Arbeitsplätze sollen dadurch am Standort Bad Wimpfen wegfallen, so Solvay weiter.

Die Einleitung der als "Ewigkeitschemikalie" bekannten TFA in den Neckar steht seit Jahren in der Kritik. Einer der renommiertesten Experten auf dem Gebiet per- und polyfluorierter Alkylverbindungen (PFAS), Martin Scheringer, Professor an der ETH Zürich, bezeichnete die Freisetzung der nicht abbaubaren Substanz als "falsch und dumm, denn die Substanz sammelt sich in der Umwelt an, kann nicht mehr entfernt werden und führt früher oder später zu toxischen Wirkungen".

Solvay-Werk in Bad Wimpfen: Die Deutsche Umwelthilfe will jetzt die Einleitung von TFA in den Neckar stoppen.
Bis 2026 sollen keine TFA mehr in den Neckar eingeleitet werden.

Deutsche Umwelthilfe forderte sofortigen Stopp der TFA-Freisetzung in Bad Wimpfen

Zuletzt forderte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) Anfang September einen sofortigen Stopp der TFA-Einleitungen. Hintergrund ist eine neue Bewertung, wonach TFA als "fortpflanzungsgefährdend, sehr persistent und sehr mobil" gilt. Das Regierungspräsidium Stuttgart, das die Einleitungen genehmigt hat, sah keine rechtliche Grundlage für ein Verbot, verweiste auf strenge Überwachung der Einleitungen.

BUND und DUH begrüßen Entscheidung von Solvay

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die DUH werten die Ankündigung von Solvay, die Produktion der Trifluoressigsäure einzustellen, als Erfolg. Dennoch warnt Sylvia Pilarsky-Grosch, Landesvorsitzende des BUND Baden-Württemberg: "Noch ist es aber zu früh, um in Jubel auszubrechen. Wir werden dem Unternehmen Solvay weiter auf die Finger schauen und genau beobachten, ob es seinen Ankündigungen auch Taten folgen lässt."

Aktuell prüfen wir, was die Ankündigung für unser Rechtsverfahren bedeutet.

Man werde das Rechtsverfahren solange weiterführen, bis sicher sei, dass der Chemiekonzern nicht länger TFA in den Neckar einleitet.

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Regierungspräsidium verteidigt Genehmigung Ewigkeitschemikalie TFA im Neckar: Deutsche Umwelthilfe geht juristisch gegen Solvay vor

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) will die Einleitung der Ewigkeitschemikalie TFA in den Neckar stoppen. Sie entsteht Im Chemiewerk von Solvay in Bad Wimpfen bei der Produktion.

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Solvay in Bad Wimpfen leitet Ewigkeits-Chemikalie in Neckar ein Experte zu TFA: "Es ist falsch und dumm, so etwas freizusetzen"

In der Diskussion um die Gefahren der Ewigkeits-Chemikalie TFA ist das Solvay-Werk in Bad Wimpfen wieder in den Fokus gerückt. Die Chemiefirma leitet dort TFA in den Neckar ein.

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Baden-Württemberg

Mögliche Auswirkungen auf Fortpflanzungsfähigkeit Wasserwerke schlagen Alarm: Chemikalie bedroht unser Trinkwasser

TFA ist eine sogenannte Ewigkeitschemikalie. Sie baut sich nicht ab, heißt es bei den Wasserwerken am Rhein. Das Trinkwasser sei zunehmend bedroht.

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SWR

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