Eine größere Betrugsmasche mit Chip-Armbändern in der Solymar Therme in Bad Mergentheim (Main-Tauber-Kreis) wird wohl nie ganz aufgeklärt. Ganze Menschengruppen sollen 2025 im Restaurant dort gegessen und getrunken haben, ohne zu bezahlen, die Polizei spricht von insgesamt 240 Fällen.
Betrug in Solymar Therme: Mit einem Armband mehr rein
Die Masche war einfach, aber raffiniert. Eine Gruppe Gäste lässt sich beim Einlass ein Chip-Armband mehr geben, als tatsächlich Menschen ins Bad gehen. Auf die Armbänder werden Speisen und Getränke aus dem Restaurant gebucht und beim Verlassen der Therme abgerechnet.
Die Gruppen sollen dann alles, was sie gegessen und getrunken haben, auf das zusätzliche Armband gebucht haben. Dieses Armband wurde dann irgendwo liegen gelassen, beim Verlassen der Therme wurden nur die "leeren" Armbänder zurückgegeben.
Großer Schaden, Ermittlungen inzwischen aber eingestellt
Die Polizei spricht von einem Schaden im unteren fünfstelligen Bereich. Aufgeflogen ist der Schwindel bei einer Kassenprüfung, als es eine Differenz zwischen den Einnahmen und Ausgaben gab. Der größte Teil dieser Betrugsfälle dürfte aber nicht mehr aufgeklärt werden. Wie eine Polizeisprecherin sagte, sind die Ermittlungen gegen Unbekannt eingestellt worden. Das hat sich dem Landratsamt zufolge sogar negativ auf die Aufklärungsquote der Straftaten im Main-Tauber-Kreis für 2025 ausgewirkt.
Nur in zwei Fällen konnten Täter ermittelt und im Januar 2026 vom Amtsgericht Bad Mergentheim zu Bewährungsstrafen verurteilt werden. Sie haben allerdings bereits angekündigt, in Berufung gehen zu wollen.
Solymar blieb schon einmal auf Kosten sitzen
Und schon vor zwei Jahren gab es einen Fall bei dem die Solymar Therme auf erheblichen Kosten sitzengeblieben ist. Damals gab es Feueralarm, alle Gäste mussten die Therme verlassen - mitsamt der unbezahlten Chip-Armbänder. Als die Gäste zurück ins Bad durften, waren aber welche wohl schon nach Hause gegangen ohne zu bezahlen.