In Bad Mergentheim (Main-Tauber-Kreis) geht die Stadt seit einiger Zeit neue Wege, um mehr Mietwohnungen zu schaffen. Kerstin Weber, kommunale Flächenmanagerin, berät seit zwei Jahren Hauseigentümer, die ihre Immobilien sanieren oder umbauen wollen - zum Beispiel weil die Kinder aus dem Haus sind. Wenn dann zusätzlicher Wohnraum beispielsweise für eine mögliche Vermietung geschaffen werden soll, ist sie zur Stelle. Ein Förderprogramm bezahlt in diesem Fall sogar die Beratung durch einen Architekten, weiß Weber. Darüber hinaus hilft sie auch bei Sanierungsabläufen und Energiefragen und sorgt so dafür, dass aus halb leeren Häusern neue Wohnungen werden.
Landwirt hat sein Haus geteilt
Im Bad Mergentheimer Stadtteil Rengershausen hat Landwirt Simon Pinter die Beratung von Kerstin Weber bereits genutzt. Er hat das ehemalige Betriebsleiter-Haus so umgebaut, dass zwei Wohnungen entstanden sind. Er hat sogar ein eigenes kleines Nahwärmenetz aufgebaut. Die Nachfrage sei hoch gewesen, die Wohnungen schon vermietet, erzählt der 37-Jährige.
Den Bedarf bestätigt auch Ortsvorsteherin Karin Tremmel. Der Hohenlohekreis mit seiner "Region der Weltmarktführer" und entsprechend vielen Arbeitsplätzen ist nicht weit. Zudem gebe es in der Umgebung viele Schulen und eine ausgeprägte Heimatverbundenheit, so Tremmel. Neu bauen sei teuer. Junge Menschen bevorzugten deshalb erstmal eine Mietwohnung. Kerstin Weber kann hier die entscheidenden Tipps liefern.
Beraterin kommt nur, wenn sie eingeladen wird
Weber drängt sich nicht auf. Sie kommt nur, wenn sie eingeladen wird. Sie stellt sich in den Ortschaftsräten vor und bietet ihre Unterstützung an. "Diese Woche war ich im Stadtteil Herbsthausen, wir haben einen Rundgang gemacht und es hat viele Fragen gegeben", sagt sie und strahlt.
Sie macht die Aufgabe mit Freude und Leidenschaft, auch wenn sie sich dafür immer auf dem Laufenden halten muss. Ständig änderten sich Vorschriften und Gesetze, sagt sie. "Im Juni tritt das Gebäudemodernisierungsgesetz in Kraft, mal schauen was da auf uns zukommt", meint Weber. Ihre Stelle wird vom Land Baden-Württemberg gefördert.
Weber: "Zum Durchhalten motivieren, wenn es zäh wird"
Wenn Stück für Stück saniert wird, kann den Eigentümern schon mal die Motivation ausgehen. "Hier muss ich Überzeugungsarbeit leisten, damit die am Ball bleiben", schmunzelt die Flächenmanagerin. Insgesamt hat sie mittlerweile 46 Gespräche geführt, 34 Eigentümer wollen jetzt oder später sanieren. Fünf Wohnungen seien schon fertig, so Weber.