Der Bau der Stromtrasse SuedLink schädigt laut BUND die Umwelt. Die Umweltorganisation hat nach eigener Aussage dokumentiert, dass bei den Bohrungen für die unterirdischen Leitungen an einigen Stellen der eingesetzte Bohrschlamm unkontrolliert ausgetreten sei. An den Hängen der Jagst in Möckmühl (Kreis Heilbronn) sei das beispielsweise der Fall.
Transnet BW streitet Vorwürfe ab
Die Bauherrin des Suedlink-Projektes TransnetBW bestätigt, dass es dort in der Vergangenheit mehrfach zu Austritten von Bohrschlamm gekommen ist. Die Situation sei aber unter Kontrolle, heißt es. In Abstimmung mit den Behörden habe das Unternehmen die notwendigen Maßnahmen ergriffen. Die Spülflüssigkeit werde gesammelt und wieder zurückgepumpt. Der BUND befürchtet, dass sich der Schlamm im Untergrund weiter ausbreitet und zahlreiche Biotope gefährdet.
BUND: Bohrschlamm könnte Ökosystem schädigen
Die Bohrungen für die Stromtrasse sind unter anderem nötig, um die Leitungen unterhalb von Flüssen und Straßen zu verlegen. Dies geschieht mit sogenannten Spülbohrungen, so beschreibt es der BUND in einer Mitteilung. Dabei wird Bohrschlamm durch das Bohrloch gepumpt. Der soll es stabilisieren und das Erdreich austragen. Dabei komme meist ein Gemisch aus Wasser und Bentonit zum Einsatz.
Ist Bentonit umweltschädlich?
Genau dieses Bentonit bezeichnet der BUND als "hochproblematisch", da es die Poren für den Wasseraustausch einzelner Bodenschichten "verstopfe". Laut TransnetBW ist das verwendet Bentonit aber nicht schädlich für das Ökosystem. Die Bohrspülungen würden zu 95 % aus Wasser und zu etwa 5% aus Bentonit bestehen. Bentonit sei ein Tonmineral, das häufig in der Erdkruste vorkomme und kein stoffliches Gefahrenpotenzial beinhalte, heißt es.
Baustopp gefordert: Schäden könnten sich über Jahre ziehen
Der Bohrschlamm sei teils weit von den eigentlichen Bohrungen entfernt an der Oberfläche ausgetreten, so der BUND. Die Umweltschützer befürchten außerdem, dass sich der Schlamm im Untergrund ausbreiten und dann Ökosysteme und Arten über viele Jahre schädigen könnte. Auch Trinkwasserschutzgebiete könnten betroffen sein. TransnetBW hält die Bohrungen nicht für umweltschädlich.