Auch Lebensmittelverschwendung spielt laut Studie der DHBW Heilbronn eine Rolle

Supermarktkunden sind Frische und Qualität wichtiger als billige Preise

Im Supermarkt achten viele Menschen stark auf Preise. Beim Kauf von Obst und Gemüse gibt es für Kunden laut einer Umfrage aber Wichtigeres.

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Von Autor/in Luca Bauer

Beim Kauf von Obst und Gemüse ist für Kundinnen und Kunden nicht der günstige Preis, sondern Qualität und Frische entscheidend. Das zeigt eine neue repräsentative Umfrage der DHBW Heilbronn. Den meisten Verbraucherinnen und Verbrauchern ist es beim Kauf von Obst und Gemüse zudem wichtig, keine Lebensmittel zu verschwenden. Sie wollen nichts wegschmeißen, wofür sie Geld ausgegeben haben, sagt DHBW-Professor Stephan Rüschen. Und weil bei Obst und Gemüse die Qualität nicht konstant ist, ist es den Kunden besonders wichtig, dass es frisch ist. Der Preis ist laut Studie erst das viertwichtigste Kaufkriterium.

Vereine und Tafelläden retten Lebensmittel vor dem Müll

Rund elf Millionen Tonnen Lebensmittel werden jährlich in Deutschland weggeschmissen, so das Bundesumweltministerium. Und dass, obwohl es jedem zweiten wichtig ist, keine Lebensmittel zu verschwenden, so die Umfrage der DHBW Heilbronn. Dass weniger Lebensmittel in den Müll kommen und stattdessen auf dem Teller landen, ist das Ziel vieler Vereine und Tafelläden.

Ehrenamtliche von der Tafel in Bad Mergentheim (Main-Tauber-Kreis) holen deshalb mehrmals wöchentlich Lebensmittel aus Supermärkten ab. Eine beschädigte Verpackung oder eine Gurke, die zu krumm für den Verkauf ist – die Gründe, weshalb Lebensmittel aussortiert werden, seien sehr unterschiedlich, erzählt Linda Haberkorn vom Kreis-Diakonieverband Main-Tauber-Kreis, die die Tafel in Bad Mergentheim koordiniert. Die geretteten Lebensmittel werden im Tafelladen noch einmal kontrolliert und dann für einen kleinen Betrag verkauft.

Den Lebensmitteln, die weggeschmissen werden würden, schenken wir noch mal ein Leben.

Gestiegene Nachfrage bei Tafeln 

Einige Tafeln in der Region Heilbronn-Franken spüren zurzeit wieder eine steigende Nachfrage - so auch die Tafel in Bad Mergentheim. Es gebe einfach sehr viele bedürftige Menschen, die auf die preiswerte Ware angewiesen seien, sagt Koordinatorin Linda Haberkorn dem SWR. Noch Essbares vor der Mülltonne zu retten ist auch die Mission des "Free Food Projekts" in Heilbronn.

Seit Anfang des Jahres sind rund 80 Ehrenamtliche in dem Verein aktiv und holen täglich in Supermärkten oder auch Bäckereien übrig gebliebene Lebensmittel ab. An manchen Tagen würden mehrere Kilo Lebensmittel zusammenkommen, an anderen Tagen seien es auch mal nur ein paar Brötchen, sagt Maren Heinroth, die ehrenamtlich für den Verein tätig ist. Die geretteten Lebensmittel werden zweimal in der Woche im Käthe-Sozialzentrum in Heilbronn kostenlos verteilt.

Heilbronn

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