Nach einem sogenannten Swatting-Fall in Pfedelbach (Hohenlohekreis) am vergangenen Donnerstag laufen die Ermittlungen weiter. Ein unbekannter Anrufer hatte der Polizei einen Mord vorgetäuscht und so einen großen, unnötigen Einsatz ausgelöst. Doch den Täter zu identifizieren, ist schwierig.
"Spoofing": Wenn die falsche Telefonnummer angezeigt wird
Die unbekannten Anrufer nutzen der Polizei zufolge oft "Spoofing". Eine Täuschungsmethode, bei der dem Empfänger eine andere Telefonnummer angezeigt wird, als die, von der eigentlich angerufen wird. Dabei kann die angezeigte Nummer sogar zu einer real existierenden Person gehören - wie bei dem Fall in Pfedelbach.
Betrug nicht nur über das Telefon
Laut Polizei gibt es verschiedene Muster. Zum Beispiel würden auch gefälschte Briefe eingereicht. Da sei es fast unmöglich, den wahren Absender zu finden, so die Beamten. Auch E-Mail-Adressen können manipuliert werden. Und nicht nur bei sogenannten Swatting-Fällen nutzen Kriminelle diese Technik.
Prävention vor "Spoofing": Daten nicht preisgeben und Sicherheitssoftware nutzen
So wird "Spoofing" auch von Betrügern genutzt - etwa bei Schockanrufen oder auch beim bekannten Enkeltrick. Doch es gibt Tipps, wie man sich schützen kann und wann man hellhörig werden sollte.
Mehr Straftaten per Anruf Falsche Beamte, Enkeltricks und Schockanrufe: Wie man sich und seine Angehörigen vor Telefonbetrug schützen kann
Trotz aller Warnungen ist die Zahl der Anrufstraftaten in Baden-Württemberg hoch. Diese Tipps gibt die Polizei, um sich sowie Verwandte und Bekannte vor Telefonbetrug zu schützen.
Man sollte vor allem auf Prävention setzen. Denn um von einer "falschen Nummer" anrufen zu können, benötigen die Betrüger die entsprechenden Daten. Daher empfiehlt es sich, im Internet und am Telefon möglichst keine persönlichen Daten preiszugeben. Außerdem sollte man Sicherheitssoftwares wie Antiviren- und Anti-Phishing-Programme auf seinen Geräten verwenden und niemals auf komische Links in E-Mails klicken.
Bundesnetzagetur schaltet sich ein: Neue Regelungen seit 2022
Die Bundesnetzagentur hat auf das Phänomen schon 2022 reagiert. Seitdem gibt es Regelungen für Telekommunikationsanbieter, die technisch sicherstellen müssen, dass Anrufe mit gefälschten Nummern abgebrochen werden. Außerdem soll verhindert werden, dass bei Anrufen aus dem Ausland eine deutsche Telefonnummer angezeigt wird. Weitere Tipps und Details hat die Bundesnetzagentur auf ihrer Webseite aufgelistet.
Schöpft man Verdacht, es könnte sich um einen Betrugsanruf handeln, einfach auflegen und erst einmal durchatmen, rät die Polizei.
Zahl der Betrugsversuche am Telefon in BW nimmt zu
Laut Innenministerium Baden-Württemberg hat die Zahl der Betrugsversuche am Telefon im Inland zugenommen. Zwar bleibe es oft bei einem Versuch, dennoch sei die Schadenssumme beachtlich. Mehr als 18 Millionen Euro Schaden sind 2024 laut Innenministerium durch Telefonbetrug entstanden.