Nach dem schweren Vandalismus vergangene Woche in der katholischen Stadtkirche "Unsere Liebe Frau" in Eppingen (Kreis Heilbronn) hat die Polizei nun bestätigt, dass ein Tatverdächtiger gefasst wurde. Der Täter soll unter anderem Kircheninventar angezündet, Wachs in großem Umfang verteilt und heilige Gegenstände wie die Osterkerze sowie den Altar beschädigt haben. Da es sich offenbar um einen Jugendlichen handelt, hält sich die Polizei mit weiteren Angaben zurück.
Eppinger Pfarrer: Mehr als ein einfacher Streich
Pfarrer Tobias Streit zeigte sich in den sozialen Medien und gegenüber dem SWR tief betroffen. Denn wurden am vergangenen Mittwoch noch Sachen zerstört, die man als dummen Jungenstreich hätte abtun können, wurde am Donnerstag dann versucht, die Kirchenbänke anzuzünden.
Nicht auszumalen, wenn das jetzt noch Feuer gefangen hätte und die ganze Kirche abgebrannt wäre. Es ist eben kein Jungenstreich mehr, sondern das ist weit darüber hinaus.
Großer Schaden für die katholische Kirchengemeinde
Der finanzielle Schaden, der durch die mutwillige Zerstörung entstanden ist, wird ersten Einschätzungen zufolge im fünfstelligen Bereich liegen. Der Altar und andere beschädigte Gegenstände müssen aufwendig restauriert werden. Wachs ist zum Beispiel in den Sandstein eingesickert. Die beschädigte Osterkerze kann als geweihte Kerze nicht ausgetauscht werden und wurde jetzt, so gut es geht, repariert.
Eppinger Kirche bleibt nach Vandalismus offen
Trotz der Schäden bleibt die Kirche offen. "Für mich ist es sehr wichtig, dass wir gerade auch Orte haben, wo Menschen wirklich den ganzen Tag über ungestört hingehen können, beten können, einfach auch mal zur Ruhe kommen können und ein paar Minuten mit Gott verbringen können", betont Pfarrer Streit. Allerdings hat und wird die Gemeinde nun neue Sicherheitskonzepte einführen, unter anderem Videoüberwachung.
Es gibt ein paar einzelne Kirchen, auch von den vielen, die jetzt zu meiner Kirchengemeinde gehören, die wir tatsächlich auch geschlossen haben tagsüber, weil es da einfach wirklich so massive Vorkommnisse gab, dass man das nicht anders steuern konnte.
Eppingen ist besonderer Fall von Vandalismus
Die Erzdiözese Freiburg, zu der die Kirche in Eppingen gehört, ordnet den Fall als spektakulär ein. An sich sei Vandalismus eine dauerhafte Herausforderung, aber es sei keine Zunahme erkennbar, sagte ein Sprecher gegenüber dem SWR. Die Diözese rät Gemeinden, auf Sicherheitsmaßnahmen zu setzen, viel vor Ort präsent zu sein und sich mit der Polizei eng abzustimmen.