In Flein (Kreis Heilbronn) ist eine 42-jährige Frau tödlich verunglückt. Sie war als Motorrad-Fahrschülerin im Industriegebiet unterwegs. Wie die Polizei dem SWR mitteilte, soll sie aus ungeklärten Gründen die Kontrolle über die Maschine verloren haben. Dabei soll sie von der Straße abgekommen, über einen Gehweg und einen Parkplatz gefahren und gegen einen Baum geprallt sein.
Erst Anfang der Woche war es bei Berlin zu einem tödlichen Unfall einer 16-jährigen Fahrschülerin gekommen. Sie stürzte auf einer Autobahnauffahrt mit dem Motorrad, weil die Straße nass war. Sie geriet unter einen Lkw.
"100-prozentige Sicherheit gibt es nicht"
Gerade beim Motorradunterricht hätten die Fahrlehrerinnen und -lehrer keine Möglichkeit, einzugreifen, erklärt Mirko Skeide. Er betreibt eine Fahrschule in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) und ist Vorsitzender des Kreisvereins Stadt- und Landkreis Heilbronn des Fahrlehrerverbands.
Hundertprozentige Sicherheit gebe es nicht. Motorradfahren sei ohnehin sehr gefährlich, so Skeide im SWR. Er selbst hat seit Anfang des Jahres beispielsweise Airbagwesten für die Motorrad-Schülerinnen und -Schüler.
Wenn jemand beim Motorradführerschein feilschen will, schicke er denjenigen weg: "[Da] gibt es für mich nichts, wo man […] sparen kann. Das muss so sicher wie möglich sein".
Das Schlimmste wäre für mich, wenn einer Freitags die Prüfung besteht und Montags in der Zeitung steht.
Auch das Kommunikationssystem stellt Skeide aktuell um. Bislang konnte nur der Fahrschüler oder die Fahrschülerin den oder die Fahrlehrerin hören, einen Rückkanal gab es nicht. Mit dem neuen System können beide miteinander sprechen. Das bringe schon deutlich mehr Sicherheit, findet Skeide. Einfach, weil man direkt wisse, ob und welches Problem der Schüler oder die Schülerin gerade haben
Auch erfahrenen Motorradfahrern kann so etwas passieren
Auch Siegfried Brockmann sagt, ganz sicher ist man nie. Er ist unter anderem ehrenamtlicher Vizepräsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR).
Ganz egal wie gut die Fahrschülerinnen oder -schüler schon ausgebildet seien, ein Restrisiko bestehe immer, so Brockmann. So tragisch solche Unfälle wie in Flein oder bei Berlin seien, könne man den Fahrschulen erst einmal keinen Vorwurf machen. So etwas könnte auch erfahrenen Motorradfahrern und -fahrerinnen passieren - wenn sie beispielsweise erschrecken.
Kein spezielles Angebot für Fahrlehrerinnen und -lehrer
Wenn tödliche Unfälle passieren, nimmt das natürlich auch die Fahrlehrerinnen und -lehrer mit. Im Normalfall werden sie direkt vor Ort von einem Notfallseelsorger oder einer Notfallseelsorgerin betreut. Spezielle weitere Angebote für Fahrlehrerinnen und -lehrer gibt es allerdings nicht.