40 Tonnen Kabel von Tunnelbaustelle verschwunden

Rekord-Diebstahl! Kupfer-Diebe schlagen reihenweise im Raum Heilbronn zu

Kupfer scheint eine magische Anziehungskraft auf Diebe zu haben. Die aktuelle Dimension ist aber neu: Laut Polizei hat sich in Weinsberg einer der größten Diebstähle zugetragen.

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Kupfer - glänzend, wertvoll und heiß begehrt: Im Kreis Heilbronn lockt das Metall derzeit nicht nur Handwerksbetriebe, sondern auch dreiste Diebe an. Ob auf Friedhöfen, an Häusern oder auf Großbaustellen: Regenrinnen, Dächer und sogar tonnenweise Kabel verschwinden spurlos. Der wohl spektakulärste Fall ereignete sich ganz aktuell auf der Großbaustelle am Schemelsbergtunnel bei Weinsberg (Kreis Heilbronn).

Rekord-Diebstahl am Tunnel: Tonnenweise Kupfer verschwunden

"Es ist einer der größten Fälle von Kupferdiebstahl im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Heilbronn", sagte ein Sprecher im SWR-Interview. Gleich mehrere Tonnen Kupfer wurden zwischen Mittwoch und Dienstag von der Baustelle am Schemelsbergtunnel an der B39 gestohlen. Der Gesamtschaden wird auf knapp 200.000 Euro geschätzt. Wie das Regierungspräsidium Stuttgart mitteilt, geht es um insgesamt 40 Tonnen Kabel, die gestohlen wurden.

Wie genau die Täter vorgingen, ist bislang unklar. Aufgrund der Menge und des Gewichts des Diebesguts ist aber davon auszugehen, dass schweres Gerät zum Abtransport verwendet wurde. Das vermutet auch das Regierungspräsidium. Es sei auch nicht auszuschließen, dass die Kabel vor Ort zerkleinert wurden. Denn es wurde ein zwei Meter langes Kabelstück am Tatort gefunden.

Baustelle am Schemelsbergtunnel: Keine Verzögerung wegen Diebstahl

Auf den Fortschritt der Baumaßnahmen soll der Diebstahl allerdings keine Auswirkungen haben. "Die Arbeiten, die mit den gestohlenen Kabeln vor Ort umgesetzt werden sollten, sind nicht zeitkritisch und wurden entsprechend umdisponiert", heißt es vom Regierungspräsidium. Was allerdings auffällt: Allem Anschein nach waren die gelagerten Kabel nicht sonderlich gut gesichert.

Auch als der SWR vor Ort ist, um sich ein Bild zu machen, klaffen teils Lücken im Bauzaun, durch die jeder und jede auch bei Nacht die Baustelle betreten könnte. Laut Regierungspräsidium sei die Erhöhung der Sicherheitsmaßnahmen aktuell in Planung. Denn auch eine Videoüberwachung gibt es, anders als auf der anderen Seite, auf der Ostseite der Baustelle nicht.

Baustelle Schemelsbergtunnel bei Weinsberg
Zum Teil klaffen Lücken im Bauzaun. Das Materiallager wird wohl auch nicht dauerhaft überwacht.

Kupfer-Klau im großen Stil: Friedhöfe, Gießereien und Wohnhäuser betroffen

Zum aktuellen Weinsberger Fall äußert der Polizeisprecher: "Die Menge ist total unüblich." Der Diebstahl von Kupfer hingegen nicht. Denn in den vergangenen Monaten häufen sich die Fälle.

Besonders im Raum Weinsberg kam es zuletzt zu einer ganzen Serie von Diebstählen: Regenrinnen und Fallrohre aus Kupfer wurden von Gebäuden abmontiert - offenbar gezielt und nachts, um unbemerkt zu bleiben. Die Polizei meldet über 40 Fälle in 14 Monaten.

In Gundelsheim (Kreis Heilbronn) traf es sogar ein Gebäude, das für viele ein Ort des Abschieds und der Ruhe ist: Die Aussegnungshalle auf dem Friedhof. Hier wurde im Januar 2024 das Kupferdach teilweise abgedeckt und gestohlen. Die Tat löste nicht nur Empörung, sondern auch Fassungslosigkeit aus. Rund 100.000 Euro kostet das neue Dach.

Gleich mehrmals haben Diebe in Kirchardt (Kreis Heilbronn) zugeschlagen: Dort wurde zwischen März und Mai dieses Jahres zwei Mal eingebrochen. Beide Male ging es um rund eine Tonne Kupfer, das aus einer Gießerei gestohlen wurde. Alleine bei dem Diebstahl im Mai lag die Schadenssumme bei rund 13.000 Euro.

Kirchardt

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Die genannten Beispiele sind nur einige von vielen. Kupfer ist auf dem internationalen Rohstoffmarkt gefragt. Für Kriminelle bedeutet der Klau im besten Fall schnelles Geld. Wer hinter dem aktuellen Diebstahl am Schemelsbergtunnel steckt, ist noch völlig offen, heißt es von der Polizei. "Es haben sich bisher keinerlei Zeugen gemeldet", so eine Sprecherin weiter.

In der Vergangenheit waren die Diebe oftmals Mitglieder organisierter Banden - beispielsweise aus Bulgarien. Ob es einen Zusammenhang mit weiteren Taten gibt, müssten nun die Ermittlungen zu Tage fördern.

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