Bezahlen Kunden mit ihren Einkaufsdaten?

Wirklich "kostenlos"? Verbraucherschützer ziehen wegen Lidl-Plus-App vor BGH

Der Rechtsstreit um die Lidl App geht weiter. Verbraucherschützer wollen vor den Bundesgerichtshof ziehen. Sie beklagen, die App sei nicht kostenlos: Nutzer zahlen mit ihren Daten.

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Von Autor/in Ulrike Schirmer

"Kostenlos" - doch was, wenn man dafür mit seinen Daten bezahlt? Genau diese Frage treibt Verbraucherschützer und den Discounter Lidl mit Sitz in Bad Wimpfen (Kreis Heilbronn) derzeit vor die Richter. Die Lidl-Plus-App, von Millionen Kunden genutzt, steht jetzt vor dem Bundesgerichtshof. Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) will klären lassen, ob die App wirklich kostenlos ist.

Die Verbraucherzentrale ist der Auffassung, dass die Nutzerinnen und Nutzer stillschweigend mit ihren Einkaufsdaten zahlen. Das teilte ein Verbandssprecher mit. Zuvor hatte die "Lebensmittelzeitung" berichtet.

"Nicht kostenlos": Darum reichen Verbraucherschützer Revision ein

Der Streit geht in die nächste Runde oder besser - in die nächste Instanz: Jetzt soll das höchste deutsche Zivilgericht, der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe klären: Darf Lidl mit dem Wort "kostenlos" für seine App werben? Zuvor hatte das Oberlandesgericht Stuttgart die Klage der Verbraucherschützer abgewiesen.

Die hatten im April geklagt, weil die App ihrer Ansicht nach nicht wirklich kostenlos sei. Zwar müssen Nutzer kein Geld zahlen, doch die Gegenleistung liege in der Preisgabe ihrer Einkaufsdaten. Aus Sicht der Verbraucherzentrale darf Lidl daher nicht behaupten, die App sei kostenlos.

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Wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Frage wurde die Revision zugelassen. Die Verbraucherschützer hoffen nun, dass der BGH klärt, ob "kostenlos" auch den Preis in Form von persönlichen Daten umfassen darf. Es handelt sich dabei um ein Pilotverfahren. Konsequenzen für andere Apps und digitale Dienste könnte die Folge sein.

Lidl-Plus-App: Millionen Nutzer weltweit

Nach Angaben des Unternehmens nutzen weltweit über 100 Millionen Kundinnen und Kunden die Lidl-Plus-App. Sie erhalten damit Rabatte, Coupons und Sonderaktionen. Lidl selbst äußerte sich bislang nicht zu dem laufenden Rechtsstreit.

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