Vor zwei Wochen ist ein stadtbekannter Unternehmer mit 100 Stundenkilometern durch Tauberbischofsheim (Main-Tauber-Kreis) gerast und vor der Polizei geflüchtet. Laut Staatsanwaltschaft Mosbach (Neckar-Odenwald-Kreis) ist der Mann weiter untergetaucht. In den vergangenen Wochen meldete die Polizei immer wieder Verfolgungsjagden und Autorennen aus dem Main-Tauber-Kreis.
Mit 100 Stundenkilometern durch Tauberbischofsheim: Fahrer wird noch gesucht
Laut Staatsanwaltschaft Mosbach ist der 46-Jährige seit seiner Flucht vor der Polizei am 18.April verschwunden. Die Beamten wollten ihn nach einem Fußballspiel kontrollieren. Doch der Mann gab mit seinem Sportwagen Gas. Erst bretterte er mit 80 Stundenkilometern durch eine 30er-Zone. Danach raste er mit 100 km/h durch die Stadt.
Bei seiner Flucht vor der Polizei gefährdete er entgegenkommende Autos und fuhr über mehrere rote Ampeln. Er konnte die Beamten mit seinem Fahrstil erfolgreich abschütteln, sie verloren den Sichtkontakt. Eine sofort eingeleitete Fahndung blieb erfolglos.
Mehrere Fälle in den vergangenen Wochen: Polizei verfolgt Raser im Main-Tauber-Kreis
Weitere ähnliche Fälle haben die Polizei im Main-Tauber-Kreis in den vergangenen Wochen auf Trab gehalten. Erst am Sonntag ist ein 22-Jähriger in Bad Mergentheim (Main-Tauber-Kreis) einer Streife aufgefallen, weil er deutlich zu schnell unterwegs war. Die Beamten wollten ihm folgen. Zeichen zum Anhalten ignorierte der junge Mann, fuhr über rote Ampeln und beschleunigte auf bis zu 200 Stundenkilometer auf der Bundesstraße.
Die Polizisten verloren ihn zwar aus den Augen, hatten aber sein Kennzeichen und sind deshalb kurzerhand zu seiner Wohnung gefahren. Dort konnte der 22-Jährige wenig später auch gefunden werden.
Schon vor rund einem Monat lieferten sich zwei junge Männer in Bad Mergentheim ein illegales Autorennen, bei dem sie mit schätzungsweise 150 Stundenkilometern innerorts unterwegs waren. Vor knapp drei Wochen stoppte die Polizei einen 21-Jährigen in der Tauberbischofsheimer Innenstadt, der mit über 100 Sachen unterwegs war.
Polizei sieht Main-Tauber-Kreis nicht als neuen Raser-Hotspot
Auf SWR-Nachfrage heißt es vom zuständigen Polizeipräsidium in Heilbronn, dass der Main-Tauber-Kreis kein neuer Raser-Hotspot sei. Es seien jahreszeitbedingt aktuell einfach wieder mehr Poser und Raser unterwegs, da sie ihre Autos vor allem bei gutem Wetter zur Schau stellen.
Warum sich die Fälle von Verfolgungsjagden aktuell häufen, sei schwer zu sagen. Die Polizei braucht aber auch etwas Glück, um überhaupt auf die Raser aufmerksam zu werden. Die Streifen müssen genau da stehen, wo die Raser dann auch vorbeifahren, so eine Polizeisprecherin.
Die Zahlen zeigen zumindest, dass es im Jahr 2025 im Main-Tauber-Kreis mehr Unfälle wegen zu hoher Geschwindigkeit gab, bei denen Menschen verletzt wurden, als im Vorjahr. Es gab rund ein Drittel mehr solcher Unfälle. Zum Vergleich: Im Stadtkreis Heilbronn, der als Raser-Hotspot gilt, sind die Fallzahlen gleich geblieben.