Im Zukunftspark "Wohlgelegen" hat die Heilbronner Polizei am Dienstag erneut ein Auto beschlagnahmt. Der Parkplatz dort habe sich immer weiter als Treffpunkt der Poser-Szene etabliert, berichtet ein Polizeisprecher. Die Fahrzeuge kämen auch aus Mosbach oder gar Buchen (Neckar-Odenwald-Kreis) - zum Teil also fast 50 Kilometer von Heilbronn entfernt. Auch die Gäste in anliegenden Hotels und Restaurants beschweren sich zunehmend.
Null-Toleranz: Autos können beschlagnahmt werden
Schon vor einer Woche hatte die Heilbronner Polizei ihre Null-Toleranz-Strategie gegenüber Rasern und Posern noch einmal bekräftigt. Auch das jetzt beschlagnahmte Auto eines 23-Jährigen gehört zu dieser Taktik.
Wer mehrfach auffällt, muss damit rechnen, dass sein Auto irgendwann beschlagnahmt wird.
Verstärkte Kontrollen in Heilbronn Null-Toleranz bei Rasern und Posern: Straßenrennen gestoppt
In Heilbronn kontrolliert die Polizei Raser und Poser mit hohem Druck. Am Wochenende waren die Beamten zwei Nächte lang unterwegs - und haben zahlreiche Verstöße festgestellt.
Auto beschlagnahmt: Meldung an die Führerscheinstelle
Im Fall von Dienstag werde jetzt zusätzlich überprüft, ob der junge Mann "charakterlich überhaupt in der Lage ist, ein Kraftfahrzeug sicher zu führen." Heißt: Auch der Führerschein könnte bald weg sein.
Das müsse aber die Führerscheinbehörde klären, nur die dürften die Fahrerlaubnis entziehen, erklärt der Polizeisprecher. Bei jeder Beschlagnahmung gehe eine entsprechende Meldung dort hin. "Aber die Mühlen mahlen langsam", so der Sprecher weiter. Die Polizei könne lediglich das Auto zur Gefahrenabwehr beschlagnahmen. Und gerade da wolle man auch rigoros durchgreifen und Autos, sobald das rechtlich möglich ist, auch sofort beschlagnahmen.
Mit 70 Stundenkilometern über den Parkplatz
Der 23-Jährige wurde auf einem Parkplatz im Zukunftspark "Wohlgelegen" erwischt. Dort soll er mit über 70 Stundenkilometern über den vollen Parkplatz gefahren sein. Es sei nur Zufall gewesen, dass nichts passiert sei, so die Polizei. Die Beamten beobachten auch, dass sich dort immer öfter und immer mehr Poser treffen. Zum Teil geben sie auf dem Parkplatz Gas, rasen darüber, lassen den Auspuff knallen oder drehen eine Runde durch die Stadt - oft zu laut und zu schnell.
Schon im Oktober 2025 war der SWR selbst vor Ort, um sich ein Bild zu machen. Seither scheint sich die Situation weiter verschärft zu haben:
Vom "Neckarbogen" ins "Wohlgelegen" Autolärm statt Hightech: KI-Park wird zum neuen Hotspot von Heilbronns Autoposer-Szene
Heilbronn kämpft seit Jahren mit Rasern und Autoposern. Jetzt hat die Polizei bestätigt: Die Szene hat sich von Parkplätzen nahe der Innenstadt in Richtung "Wohlgelegen" verlagert.
Zuletzt sei der Parkplatz derart überfüllt gewesen, dass Autos, die nicht mehr drauf passten, die Zufahrt und die Straße davor blockiert hätten, so der Sprecher weiter.
Lärmbelästigung und verstopfte Straßen: Betriebe und Gäste genervt von Auto-Posern
Die anliegenden Hotels und Restaurants im Zukunftspark "Wohlgelegen" beschweren sich über die Auto-Poser. Ihre Gäste würden sich gar nicht mehr trauen ihre Autos zu parken, heißt es auf SWR-Anfrage. Zudem würde es sich auf den Straßen stauen. Vor allem Jugendliche würden die Parkplätze blockieren und das bis in die frühen Morgenstunden hinein, was die Gäste störe.
Im vergangenen Jahr hätten sich immer mehr Gäste und auch Angestellte beschwert, so die Betreiber. Gebessert habe sich die Lage nicht - im Gegenteil. Jeden Abend hätten sie mit rasenden Autos und hunderten Jugendliche zu kämpfen, so ein Betreiber eines betroffenen Restaurants.