Die Wolf-von-Gemmingen-Gemeinschaftsschule (Kreis Heilbronn) will ihren Schülerinnen und Schülern den Übergang ins Berufsleben möglichst sicher machen - mit früher Orientierung, enger Begleitung und einem dichten Netzwerk aus Betrieben und Bildungspartnern. Denn der Schritt von der Schule in den Beruf gehört für viele Jugendliche zu den größten Unsicherheiten.
Ein Lehrer für die Zukunftsfragen
Eine Schlüsselrolle bei der Betreuung spielt Lehrer Tobias Mühling. Er ist an der Wolf-von-Gemmingen-Gemeinschaftsschule speziell für Berufsorientierung zuständig und bleibt den Jugendlichen von Klasse zu Klasse als Ansprechpartner erhalten.
Viele seiner Schülerinnen und Schüler kämen durchaus mit Wünschen und Ideen, sagt er: "Viele haben konkrete Vorstellungen, was sie machen wollen - werden auch vom Elternhaus beeinflusst." Gleichzeitig gebe es aber auch eine große Gruppe, die "orientierungslos" sei.
[Sie] brauchen Praktika und darüber hinaus brauchen sie auch Unterstützung.
Neben Gesprächen im Unterricht und individueller Beratung gehört für Mühling dazu, früh zu erkennen, wer zusätzliche Hilfen braucht - etwa beim Erstellen von Bewerbungen, beim Übergang an eine berufliche Schule oder in eine duale Ausbildung.
Betriebe nutzen das Netzwerk gegen den Fachkräftemangel
Damit der Übergang nach der neunten oder zehnten Klasse nicht zum Sprung ins Ungewisse wird, setzt die Gemminger Gemeinschaftsschule auf Kooperationen: Acht Unternehmen aus der Region und vier weiterführende Schulen arbeiten eng mit der Einrichtung zusammen. So entstehen Praktikumsplätze, Schnuppertage und im besten Fall Ausbildungsangebote.
Auch für die Unternehmen hat die Kooperation mit der Schule Vorteile. In Zeiten des Fachkräftemangels sind direkte Zugänge zu Jugendlichen sehr gefragt, so Maik Widowski, Fertigungsleiter bei Kiefer Mold Technologies in Schwaigern (Kreis Heilbronn) und verantwortlich für die Ausbildung. "Durch die enge Zusammenarbeit haben wir auch immer kurze Wege zu den Schulleitern und Lehrern und da können wir auch immer super unterstützen", beschreibt Widowski die Zusammenarbeit. Die Firma werde von der Schule informiert und helfe umgekehrt "bei Praktika aus, die kurzfristig organisiert werden müssen". Davon profitiere man als Ausbildungsbetrieb gleich doppelt, "um schon mal Kontakte zu diesen jungen Leuten zu knüpfen".
Nur wenige bleiben ohne Anschluss nach ihrem Abschluss
Die Bilanz der Wolf-von-Gemmingen-Gemeinschaftsschule ist eindeutig: In den vergangenen zehn Jahren haben nur vier Schülerinnen und Schüler die Einrichtung ohne Anschluss an eine Ausbildung oder weiterführende Schule verlassen. Für Berufsorientierungslehrer Tobias Mühling ist das ein wichtiger Gradmesser seiner Arbeit.
Es ist einfach schön, wenn man sieht, dass die jungen Menschen dann einen Platz in der Arbeitswelt gefunden haben.
Genau das sei "unsere große Motivation, dass wir einen hundertprozentigen Übergang für unsere Abschlussschülerinnen und -schüler haben".