Regierung will staatliche Notreserve erneuern

Stromausfälle, Hochwasser und Pandemien: Sorgen wir privat genügend für den Ernstfall vor?

Bundesernährungsminister Alois Rainer (CSU) plant, die staatliche Lebensmittelnotreserve zu erneuern. Wie steht es eigentlich um unsere private Vorratshaltung für Ernstfälle?

Teilen

Stand

Von Autor/in Raphael Moos

Im Heilbronner Outdoor-Fachgeschäft Adventure Company steigt bei neuen Krisen die Nachfrage nach Camping-Gaskochern. Vor allem ältere Kundinnen und Kunden äußern beim Kauf Sorgen, sagt Mitarbeiter Julius Gaub dem SWR. Gekauft werde meist ein "Klassiker für um die 45 Euro".

Spätestens seit dem mehrtägigen Stromausfall in Berlin will auch die Bundesregierung besser gerüstet sein. So ist geplant, die staatliche Notreserve um Fertiggerichte in Konserven zu erweitern. Bisher werden an rund 150 Standorten vor allem Getreide, Erbsen, Linsen und Dosenmilch für Notfälle gelagert.

So sorgen Menschen in Bad Rappenau vor

Der SWR hat in Bad Rappenau (Kreis Heilbronn) gefragt, welche Vorräte die Menschen dort privat so im Keller oder im Vorratsschrank haben, um für Krisen wie Stromausfälle, Hochwasser und Pandemien gerüstet zu sein. Seit der Ukraine-Krise habe sie Trocken- und Hülsenfrüchte sowie Reis auf Vorrat, sagt Christiane Maurer. "Wir haben ja jetzt in Berlin gesehen, dass man auch auf einen Stromausfall gefasst sein muss." Auch Birgit Mast aus Siegelsbach (Kreis Heilbronn) hat Sachen eingelagert. Zum Beispiel Katzenfutter, Mehl und Zucker. Vor allem mit den Nudeln könne sie eine Zeit lang durchhalten.

Auf die Politik könne man sich ja nicht verlassen, meint Nicole Schimmer, das habe man ja bei der Corona-Pandemie gesehen, als Deutschland null vorbereitet war. Alesia Baumann hat keine Vorräte, sie kauft nur, was sie zurzeit braucht. Cornelia Schmidt hat zwar Milch und Wasser zu Hause, hofft im Ernstfall aber vor allem auf Gott und ihre Freunde. Ein Mann, der anonym bleiben möchte, sagt "der Gefrierschrank ist voll, aber das nützt mir bei einem Blackout ja auch nichts".

Katastrophenschutz: Das sollten wir auf Vorrat haben

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat im November seinen Ratgeber "Vorsorgen für Krisen und Katastrophen" überarbeitet. Empfohlen wird, sich so zu bevorraten, dass man etwa zehn Tage allein durchhalten kann. Der Ratgeber enthält detaillierte Informationen zum Aufbau von Reserven und Checklisten.

Internationaler Tag der Katastrophenvorsorge Neuer offizieller Rat: So vorsorgen für Krisen und Katastrophen (FAQ)

Deutschland ist eines der sichersten Länder der Welt. Trotzdem können Extremwetter oder Stromausfälle unseren Alltag stören. Wie Sie sich und ihre Familie vorbereiten.

Besonders wichtig sei sauberes Trinkwasser. Das BBK empfiehlt zwei Liter pro Mensch und Tag - davon sind ein halber Liter zum Kochen gedacht. Haltbare Lebensmittel wie Reis, Nudeln und Konserven in Gläsern und Dosen sollten vorrätig sein. Wer sich für den Notfall vorbereiten will, kann sich auch mit Hygieneartikeln wie Zahnbürste und -pasta eindecken sowie mit Kerzen, Taschenlampen und Batterien.

Heilbronn

Bundesweit fehlen vier Millionen ehrenamtliche Katastrophenhelfer Zu wenige Helfer im Katastrophenschutz: DRK-Kreisverband Heilbronn besorgt

Ob Braunsbacher Sturzflut, das Ahrtal oder Zugunglücke: Katastrophenhelfer des DRK helfen und schulen, was in solchen Lagen zu tun ist. Doch dafür fehlen das Geld und die Leute.

SWR4 BW am Morgen SWR4 Baden-Württemberg

09.12.2025 Mangelnde Krisenvorsorge bei Bürgern, Städten, Landkreisen

Viele Landkreise und kreisfreie Städte sind nicht auf größere Katastrophenfälle vorbereitet. Auch vielen Bürgern fehlt es an ausreichenden Vorräten. Das haben Umfragen ergeben.

Report Mainz Das Erste

Tipps für den Ernstfall Stromausfall oder Blackout: Das gehört zum Notvorrat für zuhause

Krisenvorsorge: Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie sich auf einen möglichen Stromausfall oder Blackout vorbereiten. Was Sie für den Notvorrat benötigen und wie man ohne Strom kocht.

SWR4 RP am Morgen SWR4 Rheinland-Pfalz

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Raphael Moos
Raphael Moos (SWR)

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!