Tipps für den Ernstfall

Stromausfall oder Blackout: Das gehört zum Notvorrat für zuhause

Krisenvorsorge: Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie sich auf einen möglichen Stromausfall oder Blackout vorbereiten können. Was Sie für den Notvorrat benötigen und wie man ohne Strom kocht.

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Von Autor/in Viviane Chartier

Stromausfälle in Deutschland sind selten, aber sie passieren. Je länger so ein Ausfall dauert, umso komplizierter die Situation: Vieles funktioniert nicht mehr, was wir im Alltag brauchen. Diejenigen, die für solche Notfälle vorgesorgt haben, sind dann klar im Vorteil.

Wie wahrscheinlich ist ein Blackout?
Das geht nicht mehr bei Stromausfall: Heizen, Kochen, Wasserpumpen
Welchen Notvorrat sollte man im Katastrophenfall zuhause haben? 
Notfallpaket Stromausfall: 10-tägiger Grundvorrat für eine Person
Lebensmittel für den Notfall regelmäßig verwenden und nachkaufen
Wie kann man ohne Strom kochen?
Zum Notvorrat gehören auch Hausapotheke und Hygieneartikel
Geldautomat außer Betrieb: Bargeld für den Notfall
Kurbelradio, Batterien und Kerzen - so überbrückt man im Notfall mehrere Tage ohne Strom

Wie wahrscheinlich ist ein Blackout?

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Befürchtungen, dass es zu Blackouts in Deutschland kommen könnte. Das sind flächendeckende, lang andauernde Stromausfälle. Die hält die Bundesnetzagentur allerdings für sehr unwahrscheinlich. Ebenso stundenweise Ausfälle, die großflächiger sind. Aber diese können nie vollständig ausgeschlossen werden.

Auch wenn ein Blackout also unwahrscheinlich ist, Hochwasser oder Sturm, beschädigte Stromleitungen durch Bauarbeiten oder Cyberangriffe können dennoch dafür sorgen, dass der Strom ausfällt.

Das geht nicht mehr bei Stromausfall: Heizen, Kochen, Wasserpumpen 

Stromausfall: Eine funkende defekte Glühbirne vor einer dunklen Wand.
CHROMORANGE | Michael Bihlmayer
  • Supermärkte und Geschäfte bleiben geschlossen
  • die Restaurants sind zu
  • Bankautomaten funktionieren nicht mehr
  • Kartenzahlung ist auch nicht mehr möglich
  • zu Hause bleibt der Herd kalt
  • der Kühlschrank fällt aus
  • es kommt kein warmes Wasser mehr aus dem Wasserhahn
  • der Spülkasten der Toilette füllt sich nicht mehr mit frischem Wasser
  • die Heizung bleibt kalt
  • das Licht geht nicht mehr
  • elektrische Geräte kann man auch nicht mehr anschließen
  • an der Tankstelle gibt es kein Benzin mehr

Welchen Notvorrat sollte man im Katastrophenfall zuhause haben? 

Notfallpaket bei Stromausfall: Vorräte im Schrank wie Reis, Mais und Milch.
Notfallpaket bei Stromausfall: Ein paar Vorräte im Schrank sind besser als gar keine. dpa | Annette Riedl

Aus diesem Grund ist es durchaus sinnvoll sich einen Notvorrat an ungekühlten und lange haltbaren Lebensmitteln für mehrere Tage zu besorgen, für den Fall einer Krise.

Wichtig dabei ist, den Vorrat nach und nach anzulegen und nicht zu hamstern. Kaufen Sie beim nächsten Einkauf am besten immer eine Packung oder Flasche zusätzlich ein. So haben andere auch die Möglichkeit noch was im Regal zu finden.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt einen Notvorrat für 10 Tage anzulegen. Aber auch nur ein bisschen Vorrat, zum Beispiel für drei Tage, ist besser als kein Vorrat. Neben Lebensmitteln ist auch ein Vorrat an Wasser sehr wichtig. Deshalb sollte man zwei Liter Flüssigkeit pro Person und Tag einkalkulieren. In der Rechnung sind allerdings auch schon 0,5 Liter Wasser zum Kochen enthalten. Neben Wasser sollten Sie auch Fruchtsäfte oder andere Getränke da haben, die länger haltbar sind.

Notfallpaket Stromausfall: 10-tägiger Grundvorrat für eine Person

LebensmittelFür 10 Tage Vorrat
LebensmittelgruppeMenge
Getreide Getreideprodukte Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis3,5 kg
Gemüse, Hülsenfrüchte4,0 kgDenken Sie daran, dass Gemüse und Hülsenfrüchte im Glas oder in Dosen bereits gekocht sind und für getrocknete Produkte zusätzlich Wasser benötigt wird.
Obst, Nüsse2,5 kgBevorraten Sie Obst in Dosen oder Gläsern und verwenden Sie als Frischobst nur lagerfähiges Obst.
Milch, Milchprodukte2,6 kg
Fisch, Fleisch, Eier, bzw. Volleipulver1,5 kgBitte beachten Sie, dass frische Eier nur begrenzt lagerfähig sind, Volleipulver ist hingegen mehrere Jahre haltbar.
Fette, Öle0,360 kg
Sonstiges nach Belieben z. B.Zucker, Süßstoff, Honig, Marmelade, Schokolade, Jodsalz, Fertiggerichte (z. B. Ravioli, getrocknete Tortellini, Fertigsuppen), Kartoffeltrockenprodukte (z. B. Kartoffelbrei), Mehl, Instantbrühe, Kakaopulver, Hartkekse, Salzstangen

Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

Einen Ratgeber für den Katastrophenfall stellt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe auf seiner Homepage zur Verfügung. Ebenfalls gibt es eine Checkliste für die Krisenvorsorge.

Lebensmittel für den Notfall regelmäßig verwenden und nachkaufen

Die richtige Vorratshaltung ist im Falle eines Stromausfalls entscheidend. Schauen Sie beim Einkaufen Ihrer Vorräte auf ein langes Haltbarkeitsdatum. Sortieren Sie neue Produkte in Ihrem Vorratsschrank hinten ein und ältere vorne.

Damit der Vorrat nicht verdirbt, sollten Sie die älteren Lebensmittel regelmäßig verbrauchen und neue nachkaufen und damit Ihre Reserven wieder auffüllen. Achten Sie auch darauf, nur Produkte zu kaufen, die sie auch mögen und die Sie vertragen.

Wichtig ist aber auch, dass Sie Lebensmittel vorrätig haben, die Sie im Notfall kalt essen können und die ohne Kühlung haltbar sind. Denken Sie bei ihren Vorräten, falls nötig, auch an Spezialkost für Babys, Kleinkinder, Diabetiker und Allergiker. Und auch Ihre Haustiere wollen im Fall des Falles mit Futter versorgt werden.

Wie kann man ohne Strom kochen?

Gaskocher mit einem Topf drauf
Bei einem Stromausfall ist ein Gaskocher ein guter Helfer beim Kochen. Panthermedia

Nudeln, Reis, Kartoffeln und andere Lebensmittel müssen gekocht werden, damit man sie verzehren kann. Im Falle eines Stromausfalls können ein Gaskocher oder ein Fondue-Set gute Dienste leisten. Auch mit Hilfe eines Stöfchens können beispielsweise Dosenravioli erwärmt werden.

Zum Notvorrat gehören auch Hausapotheke und Hygieneartikel 

Vorräte: Medikamente in der Hausapotheke.
Medikamente sollten regelmäßig auf Haltbarkeit überprüft werden und sind wichtige Vorräten im Falle eines Stromausfalls. imageBROKER | Jochen Tack

Achten Sie darauf, dass Sie wichtige Medikamente, die Sie täglich brauchen, vorrätig haben. Schauen Sie nach, ob abgelaufene Medikamente in Ihrer Hausapotheke durch neue ersetzt werden müssen.

Schauen Sie, dass Sie auch ausreichend Hygiene-Artikel wie Seife, Zahnpasta, Feuchttücher, Toilettenpapier, Waschmittel und Desinfektionsmittel für die Hände vorrätig haben. Auch mehrere Müllbeutel können hilfreich sein, um Müll zu lagern, für den Fall, dass er nicht abgeholt werden kann.

Geldautomat außer Betrieb: Bargeld für den Notfall

Bargeld: Unterschiedliche Geldscheine liegen übereinander, von 5 Euro bis 50 Euro.
Vorräte bei Stromausfall: Es schadet nicht eine Bargeldreserve zu Hause zu haben. picture alliance /

Bei einem Stromausfall funktionieren natürlich auch die Bankautomaten nicht mehr. Deshalb sollten Sie auch ausreichende Bargeldreserven bei sich zu Hause haben.

Kurbelradio, Batterien und Kerzen - so überbrückt man im Notfall mehrere Tage ohne Strom

Stromausfall: Mit Hilfe einer Checkliste prüft eine Frau, was man im Notfall an Vorräten zuhause haben sollte.
Eine Notfall-Checkliste kann dabei helfen, sich auf einen Stromausfall vorzubereiten. dpa Themendienst | Christin Klose

Damit Sie sich in einem Krisenfall über die Lage informieren können, ist es ratsam ein Kurbelradio oder ein batteriebetriebenes Radio für solche Situationen zur Hand zu haben. Denken Sie auch an die entsprechenden Batterien. Auch Taschenlampen, Ersatzbatterien, Kerzen, Streichhölzer, Feuerzeuge, Solarlampen oder aufladbare LED-Lampen gehören zur Ausstattung für den Notfall. Mit einer aufgeladenen Powerbank können Sie vorübergehend ihr Handy aufladen. Auch solarbetriebene Powerbanks sind eine Hilfe.

Darüber hinaus kann es im Notfall sinnvoll sein, wichtige Dokumente immer an einem Ort griffbereit zu haben.

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Viviane Chartier