Zeugenfotos können Leben retten

Tödlicher Badeunfall im Neckar: Wie die Feuerwehr im Wasser nach Vermissten sucht

Bei einer Wasserrettung zählt jede Minute. Doch wie können die Einsatzkräfte der Feuerwehr so schnell reagieren? Wie kann man selbst helfen, sollte man jemanden im Wasser finden?

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Von Autor/in Annina Klingebiel, Luisa Funk

Wenn ein Mensch zu ertrinken droht, rückt die Feuerwehr in Heilbronn aus. Rund zehn solcher Einsätze der Wasserrettung haben die speziell geschulten Einsatzkräfte im Jahr. Auch am Montagnachmittag war es so weit: Ein Mann war laut Augenzeugen im Fluss untergetaucht und verschwunden. Er konnte nur noch tot geborgen werden.

Bei solchen Einsätzen ist schnelles Handeln gefragt. Denn schon nach rund drei Minuten ohne Sauerstoff sterben die ersten Hirnareale ab. Nach zehn Minuten entstehen irreparable Schäden. Auch Augenzeugen können helfen - indem sie Fotos von den Badeunfällen machen.

Neoprenanzug statt Uniform - Feuerwehr taucht ab

Zu der Berufsfeuerwehr Heilbronn gehören aktuell 35 Einsatztaucher. Sobald ein Notruf eingeht, machen die sich auf den Weg - im Neoprenanzug statt Uniform. Vor Ort werden dann Zeugen befragt, um herauszufinden, wo die Person untergegangen ist. "Dementsprechend entscheiden wir dann, wie wir vorgehen", erklärt Tim Rocksin, Einsatzleiter bei der Feuerwehr Heilbronn.

Für die Wasserrettung hängen mehrere Neoprenanzüge neben einem Einsatzfahrzeug der Feuerwehr Heilbronn. So kann die Feuerwehr bei einem Fall des Ertrinkens gleich selbst ins Wasser
Die etwas andere Uniform: Bei Wasserrettungen rücken die Feuerwehr mit Tauchern im Neoprenanzug aus. Damit sind sie ausgerüstet, um Menschen vor dem Ertrinken im Wasser zu retten.

Fotografieren von Badeunfällen kann Einsatzkräften helfen

Fotos von Badeunfällen beziehungsweise Unglücken im Wasser können den Einsatzkräften bei der Suche helfen. Darauf weist die Heilbronner Feuerwehr hin. Wer als Zeuge die Örtlichkeit fotografiert und die Bilder den Einsatzkräften zur Verfügung stellt, ist demnach kein Gaffer. Denn möglicherweise kann die untergegangene Person so leichter gefunden werden. Allerdings ersetzt das Fotografieren nicht die Hilfeleistung. Doch wichtig dabei ist, sich nicht selbst in Gefahr zu bringen sagt ein Feuerwehrsprecher.

Technische Hilfsmittel bei der Wasserrettung

Im Kampf gegen die Zeit hilft oft nur die Technik. Neben klassischen Tauchgeräten kann auch mit einem Echolot der Grund des Gewässers mit Schallwellen abgetastet werden. Der Uferbereich im Wasser wird dagegen mit einem "Strömungsretter" untersucht. Auch Helikopter und Drohnen können helfen. "Wir hatten schon Einsätze, bei denen man mit der Drohne Menschen im Wasser gesehen hat, die schon untergegangen waren", erzählt Rocksin.

So arbeitet die Feuerwehr unter Wasser

Auch die Taucher gehen unter Wasser mit System vor. Mit einer Leine ist der Taucher mit einem anderen Menschen an Land verbunden und so gesichert. Laut Einsatzleiter Rocksin folgt unter Wasser in der Regel eine sogenannte Halbkreissuche. Dabei arbeitet sich der Taucher in einem Halbkreis vom Ufer aus immer weiter ins Wasser vor, bis das komplette Areal abgesucht ist.

Psychische Nacharbeit: Einsätze können belasten

Da Einsätze wie am Montag eine psychische Belastung darstellen können, gibt es nach jedem Einsatz auch eine interne Nachbesprechung. Hier wird das Erlebte zusammen besprochen und aufgearbeitet. Bei Bedarf können auch Hilfsorganisationen wie die Notfallseelsorge kontaktiert werden.

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