Der Fleischkonzern Westfleisch aus Münster will sowohl den Schlachthof Crailsheim (Kreis Schwäbisch Hall) übernehmen, als auch die Vion-Schlachthöfe Buchloe im Allgäu und Waldkraiburg in Oberbayern. Das hat ein Unternehmenssprecher der Deutschen Presseagentur bestätigt. Auch der Konkurrent Premium Food Group, ehemals Tönnies, hat weiterhin Interesse. Doch das Bundeskartellamt hat den Kauf untersagt.
Weitere Einzelheiten will Westfleisch demnach am Mittwoch bekanntgeben. Das Schlachtunternehmen Vion aus den Niederlanden plant, sich weitgehend aus Deutschland zurückzuziehen.
Auch die Tönnies-Gruppe hat weiter Interesse
Auch die Premium Food Group will den Schlachthof Crailsheim kaufen. Allerdings hat das Bundeskartellamt im Juni den Kauf untersagt.
Die Premium Food Group sei bei der Schlachtung und Verarbeitung von Schweinen bereits dominierend. Durch eine Übernahme bekomme sie auch im Bereich Rinder eine Führungsposition, so die Wettbewerbshüter.
Mitarbeitende des Crailsheimer Schlachthofs besorgt über Zukunft
Nach der Entscheidung des Bundeskartellamtes waren die rund 600 Mitarbeitenden des Vion-Standorts in Crailsheim verunsichert. Die Geschäfte liefen aktuell gut, hieß es aus dem Betriebsrat.
Über die jetzige Entscheidung seien die Mitarbeitenden allerdings entsetzt. Das berichtete der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Michael Kugler dem SWR. Jetzt sei die Unsicherheit noch größer als bisher und die weiteren Schritte des Konzerns müsse man abwarten.
Bessere Chancen für Westfleisch?
Nach Medienberichten könnte die Übernahme durch Westfleisch weniger problematisch sein, da Westfleisch in Süddeutschland bisher kaum aktiv sei.
Am Montag plant der Bauernverband Schwäbisch Hall-Hohenlohe-Rems eine Diskussionsveranstaltung in der Arena Hohenlohe in Ilshofen (Kreis Schwäbisch Hall). Das Thema soll die "Zukunft der Schlachthofstruktur in Süddeutschland" sein. Unter anderem wollen Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) und Unternehmenschef Clemens Tönnies daran teilnehmen.