In Heilbronn hat die Polizei einen Tag lang nahezu alle Einsätze über ihren WhatsApp-Kanal gepostet. Vom Alarm in einem Heilbronner Baumarkt, über eine Schlägerei in Kupferzell (Hohenlohekreis) bis zur Schafherde auf Abwegen bei Hardthausen am Kocher (Kreis Heilbronn). Im Abstand weniger Minuten konnte die Öffentlichkeit Zeuge neuer Alarmierungen werden, insgesamt 132 Einsätze. Für das Social-Media-Team des Polizeipräsidiums Heilbronn ein Kraftakt über zwölf Stunden. Am Ende zieht Sprecherin Vesna Pitters-Engel aber eine positive Bilanz. "Wir sind wirklich glücklich über die Resonanz unser User", auch die Möglichkeit Fragen zum Polizeiberuf zu stellen, sei viel genutzt worden.
Kuriose Fälle
Bewaffnet mit Notebooks, Smartphones, Thermoskannen und was man für einen "WhatsApp-Marathon" so braucht, saß das Team konzentriert bei der Sache. Im System der Polizei laufen Einsätze rund um die Uhr ein. Das Social-Media-Team schaute über die kleine Zusammenfassung, dann wurden persönliche Daten entfernt, ein kurzer Post daraus verfasst und in den WhatsApp-Kanal kopiert. Manche süffisant kommentiert, Humor dürfe schließlich nicht fehlen, meint Pitters-Engel. Dabei sorgten am Donnerstag einige Fälle auch so schon für Schmunzeln oder Kopfschütteln.
Da war der Schwan in Beilstein, der auf einer Straße wild mit den Flügeln schlug, mehrere Anrufer in Neckarsulm, die meldeten, dass eine Ampel nicht mehr auf grün sprang oder ein Autofahrer in Heilbronn, der als Grund für seinen Unfall einen Spinnenbiss zu Protokoll gab. Seltener dürften auch Einsätze wie die Kontrolle einer Kamera, die nicht nur das eigene Grundstück filmt oder ein Arbeitsunfall mit einer gefährlichen Substanz in Heilbronn sein.
Warum teilt die Heilbronner Polizei Einsätze auf WhatsApp?
Ziel der Aktion sei es, möglichst viele Menschen als Follower für den Kanal des Polizeipräsidiums Heilbronn zu gewinnen. Wir hoffen so, bei Ernstfällen auch hierüber möglichst viele Leute zu erreichen, erläutert Pitters. Zudem seien die Infos auf dem Kanal validiert und eine bessere Quelle als "die Tante eines Bekannten, die mal gehört hat, dass...". Entsprechend freut sie sich auch, dass der Marathon für einige hundert Follower mehr gesorgt hat.
Nicht alle Einsätze wurden gepostet
Wer den Tag über die Meldungen verfolgte, sah, dass ein Großteil der täglichen Einsätze aus kleineren Unfällen, familiären Streitigkeiten, Diebstählen, Betrunkenen und Betrugsanrufen besteht. Allerdings wurde auch nicht alles gepostet, zum Beispiel Fälle in denen die Staatsanwaltschaft involviert ist. Besonders schwere Verbrechen werden also nicht über den Kanal geteilt.
Wie die 132 geposteten Einsätze am Donnerstag ausgingen, erfuhren die User nicht. Das hänge mit den Kapazitäten des Teams zusammen, erklärt Pitters-Engel. Sie nehme aber als Feedback der Community mit, dass beim nächsten Mal zumindest bei einigen Fällen Updates gegeben werden. Denn ein nächstes Mal soll es auf jeden Fall geben, so die Sprecherin.