Betriebsergebnis liegt unter Vorjahresniveau

Würth-Gruppe sieht im ersten Halbjahr leichte Aufbruchstimmung

Das Geschäftsklima hellt sich etwas auf. Das stellt die Künzelsauer Würth-Gruppe im ersten Halbjahr fest. Bei den Aussichten ist das Handelsunternehmen aber noch zurückhaltend.

Teilen

Stand

Von Autor/in Alexander Dambach

Die Würth-Gruppe mit Sitz in Künzelsau (Hohenlohekreis) hat ihre Zahlen für die ersten sechs Monate vorgelegt. Der Umsatz ist in dieser Zeit im Vergleich zum Vorjahr leicht um 2,2 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro gestiegen. Der Gewinn liegt in diesem Zeitraum mit 475 Millionen Euro allerdings 9,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Als Grund nennt Würth etwa gestiegene Personal- und Frachtkosten. Würth-Chef Robert Friedmann räumt ein, dass die Umsatzentwicklung für Würth-Verhältnisse "eher schwach" sei und unterhalb des "Zufriedenheitskorridors" liege.

Frei gewordene Stellen nicht besetzt

Die Zahl der Würth-Beschäftigten ist um fast zwei Prozent gesunken. Sie liegt aktuell bei 87.198 Mitarbeitenden. Würth habe durch Fluktuation frei gewordene Stellen nicht mehr besetzt, allerdings in der IT dennoch 321 neue Mitarbeiter aufgebaut, heißt es. Die Eigentümerfamilie Würth sei bereit, so Würth-Chef Robert Friedmann, auf Ergebnis zu verzichten, um Arbeitsplätze zu erhalten. Sollte die Konjunktur wieder anziehen, werde Würth wieder Personal aufbauen.

Heilbronn

Unternehmen will Urteil prüfen Würth verliert zweiten Prozess um gekündigtes Betriebsratsmitglied

In den Prozessen um drei gekündigte Mitarbeiter hat Würth eine weitere Niederlage kassiert. Das Arbeitsgericht Heilbronn erklärte die Kündigung einer Beschäftigten für unwirksam.

SWR4 am Abend SWR4

Elektroniktochter stimmt Würth-Gruppe positiv

Trotz der unberechenbaren US-Wirtschaftspolitik scheine sich das Geschäftsklima etwas aufzuhellen, stellt Würth-Chef Robert Friedmann fest. Was ihn zuversichtlich stimmt ist auch, dass die Würth-Elektroniktochter eiSos deutlich anziehende Auftragseingägnge verzeichnet. Das Unternehmen ist Hersteller von elektronischen und elektromechanischen Bauelementen für die Elektroindustrie. Produziert werden auch Leiterplatten, die später mit Chips bestückt werden können. An der weltweit aktiven Firmentochter könne man sehen, dass Geschäft zurück komme. Der Auftragseingang legte dort im zweiten Quartal um etwa 30 Prozent zu.

Laut Friedmann sind steigende Auftragszahlen bei eiSos ein Frühindikator für Wachstum. Er hoffe daher, dass dieser Effekt in den nächsten Monaten auch im restlichen Geschäft ankomme, so Friedmann. Die Auftragseingänge in den letzten Wochen deuteten jedenfalls auf eine Beschleunigung des Wachstums im zweiten Halbjahr hin. Die Würth-Gruppe gehe aber dennoch mit gedämpftem Optimismus in die nächsten Monate.

Wandelt sich die Stimmung in der Bevölkerung?

Die neue Bundesregierung entfalte in der deutschen Gesamtwirtschaft eine gewisse Aufbruchstimmung, so der Würth-Manager weiter. Diese könne den bisherigen Pessimismus und die Unzufriedenheit in der Bevölkerung schnell verdrängen. Würth hofft auch vom milliardenschweren Investitionspaket der Bundesregierung zu profitieren.

Hier seien viele Investitionen in die Infrastruktur geplant. Die Baukonjunktur, ebenfalls ein wichtiges Standbein bei Würth, zieht hingegen noch nicht an. Für 2026 rechne man mit einem Wachstum der Bauindustrie, so Friedmann. Für das Jahr 2025 peilt das Künzelsauer Handelsunternehmen erneut einen Umsatz von über 20 Milliarden Euro an, auch das Ergebnis soll auf Vorjahresniveau liegen.

Gewinneinbruch im Geschäftsjahr 2024

Das Geschäftsjahr 2024 hatte Würth zuletzt mit einem Umsatz von 20,2 Milliarden Euro abgeschlossen. Das Unternehmen hatte das Umsatzniveau aus 2023 trotz eines leichten Rückgangs von knapp einem Prozent damit weitgehend gehalten. Allerdings musste Würth einen Gewinneinbruch um rund 500 Millionen Euro hinnehmen. Dem Konzern hatten die schwache Wirtschaft und steigende Kosten zu schaffen gemacht. Würth vertreibt unter anderem Montage- und Befestigungsmaterial. Zur Gruppe zählen aber auch zahlreiche weitere Tochterunternehmen aus verschiedenen Branchen.

Künzelsau

Beim Festakt zum 90. Geburtstag "Von den Eltern verwöhnt und behütet": Reinhold Würth ruft junge Menschen zum Arbeiten auf

Der Künzelsauer Unternehmer Reinhold Würth hat anlässlich seines 90. Geburtstags klare Worte für die Generation Z gefunden. Er appellierte beim Festakt an die Pflicht zum Anpacken.

SWR4 BW am Morgen SWR4 Baden-Württemberg

Künzelsau

Künzelsauer Unternehmer wird 90 Jahre alt Reinhold Würth: "Ich habe nie eine solche Krise wie im Moment erlebt"

Der Künzelsauer Unternehmer und Milliardär Reinhold Würth wird am Ostersonntag 90 Jahre alt. Die aktuelle weltpolitische Lage macht ihm große Sorgen, vor allem der US-Präsident.

SWR4 BW am Samstagmorgen SWR4 Baden-Württemberg

Künzelsau

Künzelsauer Unternehmer blickt mit großer Sorge auf Konflikt Reinhold Würth: "Ukraine-Krieg kann sich zu Weltkrieg hochschaukeln"

Dem Würth-Konzern geht es wirtschaftlich glänzend. Große Sorgen bereitet dem Unternehmer Reinhold Würth allerdings der anhaltende Ukraine-Konflikt.

SWR4 BW Promitalk SWR4 Baden-Württemberg

Schwäbisch Hall

Unternehmen plant mehr Unabhängigkeit vom Strommarkt Millionen-Investition: Würth will im Kreis Schwäbisch Hall eigene Windräder bauen

Die Würth-Gruppe mit Sitz in Künzelsau will ihre Energieversorgung künftig unabhängiger und nachhaltiger gestalten. Das Unternehmen plant deshalb den Bau zweier eigener Windräder.

SWR4 BW am Morgen SWR4 Baden-Württemberg

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Alexander Dambach