Die Würth-Gruppe mit Sitz in Künzelsau (Hohenlohekreis) will am großen Rad der Energiewende selbst mitdrehen: Das Unternehmen im Kreis Schwäbisch Hall plant an der A6 zwei eigene Windräder. Mit der Investition in zweistelliger Millionenhöhe will der Konzern bis 2028 rund 70 Prozent seines Strombedarfs selbst decken. Vor allem für die Anwohnerinnen und Anwohner ist das aber ein Vorhaben mit noch vielen Fragezeichen.
Eigene Windräder statt teurer Stromrechnung
Zwei Windräder sollen künftig die Logistik und das Schraubenwerk versorgen - und so den Konzern unabhängiger vom Strommarkt machen. "Wir wissen nicht, was uns die nächsten Jahre beim Thema Energiewandel noch bevorsteht", sagte Norbert Heckmann, Mitglied der Konzernführung, am Montagabend.
Deshalb haben wir uns aus kaufmännischer Sicht [...] dafür entschieden, mit Photovoltaik und Windenergie in Eigenproduktion unser Portfolio abzusichern.
Standort der geplanten Anlagen ist das Gebiet zwischen den Gemeinden Untermünkheim-Übrigshausen (Kreis Schwäbisch Hall) und Kupferzell-Westernach (Hohenlohekreis), unmittelbar an der Autobahn A6.
Infoabend: Anwohner reagieren mit Zustimmung, aber auch Skepsis
Doch während Würth auf mehr Unabhängigkeit vom Strommarkt setzt, sorgt das Vorhaben für Diskussionen. Während manche den Schritt begrüßen, befürchten andere Einschränkungen durch Lärm und Landschaftsveränderungen. Denn zum Auftakt des Projekts lud Würth am Montagabend zu einer Informationsveranstaltung am Firmensitz ein.
Kritische Stimmen hinterfragten vor allem die Eignung des Standorts: "Wie soll Windkraft im Windschatten funktionieren?", fragte ein Teilnehmer und wies auf mögliche Beeinträchtigungen der Landschaft hin. Andere hingegen begrüßten die innovativen Planungen: "Wir brauchen Strom, und Windkraft ist die günstigste Möglichkeit, ihn zu erzeugen".
Würth setzt auf Windkraft: Technische Details
Geplant sind zwei Windkraftanlagen mit einer Leistung von jeweils sieben Megawatt. Pro Anlage rechnet Würth mit einem jährlichen Stromertrag von rund 14.000 Megawattstunden.
Derzeit befindet sich das Vorhaben in der Genehmigungsphase. Sollte das Projekt wie geplant umgesetzt werden, könnten die Windräder bis Ende 2028 in Betrieb gehen, so der zuständige Sprecher des Projektpartners GP JOULE, Lukas Schöfer. Das Unternehmen aus Bayern ist zuständig für die Planung sowie Umsetzung.
Gemeinsam mit bestehenden Photovoltaikanlagen wäre Würth damit in der Lage, einen Großteil seiner benötigten Energie selbst aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen.