Bei den Temperaturen in dieser Woche von fast 40 Grad zieht es viele zur Abkühlung in das Freibad. Jedoch sind die Eintrittspreise in diesem Jahr laut dem Statistischen Bundesamt gestiegen. Demnach war der Preis für einen Besuch im Mai dieses Jahres 5,7 Prozent teurer als im Mai 2024. Dieser Trend spiegelt sich auch bei Eintrittspreisen für Freibäder in Baden-Württemberg wider.
Freibäder in Baden-Württemberg: Preise steigen
In den Stuttgarter Freibädern lag der Preis für einen Einzeleintritt bis 2024 bei 4,50 Euro. Seit diesem Jahr koste der Eintritt 5 Euro, heißt es seitens der Stuttgarter Bäder. Auch in Karlsruhe wurde der Preis zur diesjährigen Freibad-Saison um 50 Cent erhöht, auf 6 Euro pro Tageseintritt.
Die Eintrittspreise für die vier Bäder, die von der Stadt Mannheim betrieben werden, wurden zuletzt 2024 um 50 Cent erhöht und liegen mittlerweile zwischen 4 und 5 Euro. 2026 soll eine weitere Erhöhung um 30 Cent erfolgen. Auch in Reutlingen, Tübingen und Pforzheim ziehen die Preise an.
"Angespannte und herausfordernde" Lage in Freibädern
Der Grund für die Preiserhöhung: laut der Deutschen Gesellschaft für Badewesen (DgfdB) die hohen Energie- und Personalkosten. Seitens der Stadt Mannheim heißt es, die Personallage in den Mannheimer Freibädern sei "angespannt und herausfordernd". Und die Preis-Erhöhungen in Stuttgarter Bädern seien eine Reaktion auf "über Jahre ansteigende Energie-, Personal- und Betriebsmittelkosten".
Wenn das Personal fehlt: Öffnungszeiten im Freibad werden verringert
Viele Freibäder in Baden-Württemberg sind wegen der hohen Kosten von kommunalen Zuschüssen abhängig. Die Tübinger Stadtwerke berichten beispielsweise, dass die Einnahmen der Freibäder die Kosten nicht decken würden. Im Jahr 2023 lag der Zuschuss der Stadtwerke pro Besucher etwa bei 8,31 Euro. Ein kostendeckender Eintrittspreis hätte 12,87 Euro kosten müssen.
Auch Personalmangel ist für viele Freibäder im Land ein Problem. Die Stadt Pforzheim teilt beispielsweise auf SWR-Anfrage mit, dass aufgrund des Personalmangels die Öffnungszeiten des Freibads reduziert werden mussten. In Reutlingen sei es wegen akuter Personalnot nicht möglich, Hallenbäder und Freibäder gleichzeitig zu betreiben, heißt es von den Stadtwerken.
Badebetriebe schlagen Alarm Trotz Personalmangels in Karlsruhe: Warum Bademeister sein Spaß macht
Pünktlich zu Beginn der heißen Zeit schlagen die Karlsruher Bäderbetriebe Alarm: Es fehlen die "Bademeister". Ein Freibad ist aus diesem Grund bereits teilweise geschlossen.
Was kann gegen die immer höheren Preise getan werden?
Besonders die Energiekosten sind vielen Bädern ein Dorn im Auge. Laut eigener Aussage arbeiten die Stuttgarter Bäder bereits seit vielen Jahren an der Verbesserung der Energieerzeugungs- und Energieverbrauchskonzepte. Laut den Tübinger Stadtwerken ist eine Erhöhung der Eintrittspreise die einzige Möglichkeit, die Kosten zu decken.