Gefahr durch unsichere Ware

Projektor für Kinder, Schwermetall im Schmuck: BW will schärfere Kontrollen für China-Importe

Billigprodukte aus China bergen oft Risiken: Von Laserprojektoren bis zu giftigem Schmuck. Warum die Kontrollen in der EU nicht ausreichen und was sich ändern soll.

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Von Autor/in Christian Susanka, Michael Ströbel

Die Landesregierung von Baden-Württemberg will stärker gegen Schrott-Produkte auf chinesischen Online-Plattformen vorgehen. Dazu hat das Land beim Bundesrat eine Gesetzesinitiative auf den Weg gebracht, die europaweit für Verbesserungen sorgen soll.

Ein Sternenhimmelprojektor fürs Kinderzimmer - was harmlos klingt, birgt bei genauerer Betrachtung erhebliche Gefahren. Denn ein Test an der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) zeigt: Der Laser des Geräts übertrifft die zulässigen Grenzwerte um das Zehnfache. "Das kann zu Augenschädigungen führen", warnt Timo Grimm, Lasertechnik-Experte der LUBW.

Umweltministerin Walker: 80 Prozent der beanstandeten Produkte sind mangelhaft

Der Projektor ist nur ein Beispiel für die wachsende Zahl unsicherer Produkte, die über chinesische Online-Plattformen in die EU gelangen.

Im vergangenen Jahr wurden rund vier Milliarden Pakete aus China in die EU geliefert - eine Menge, die eine lückenlose Kontrolle unmöglich macht. "Bei 80 Prozent der Produkte, die wir aus dem Verkehr ziehen, sehen wir Probleme", erklärt Thekla Walker (Grüne), Umweltministerin von Baden-Württemberg. Ob unsichere Kletterausrüstung, ineffektive Masken oder Spielzeuge mit gefährlichen Lasern - oft seien die Mängel für Verbraucher nicht erkennbar. "Das ist auch der Grund, warum solche Produkte so billig angeboten werden können", so Walker weiter.

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Politik fordert strengere Regeln und Haftung von Plattformen

Um Verbraucher besser zu schützen, plant die Politik Maßnahmen. Eine Bundesratsinitiative soll Online-Plattformen in die Pflicht nehmen. Diese sollen künftig haften, wenn Produkte mit gefälschten Sicherheitszertifikaten verkauft werden.

Oliver Buttler von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg sieht hierin einen wichtigen Schritt: "Wenn jeder Besteller ein Recht hat, seine Ansprüche durchzusetzen, wird das Druck auf die Anbieter ausüben." Doch bis diese Regelungen greifen, ist es noch ein weiter Weg.

Giftige Schwermetalle in Schmuck entdeckt

Neben unsicheren technischen Geräten gibt es auch bei Alltagsprodukten wie Schmuck gravierende Probleme. Armin Mahl, Sachgebietsleiter der Geräteuntersuchungsstelle der LUBW, berichtet von erschreckenden Funden: "Teilweise enthalten Schmuckstücke bis zu 80 Prozent Cadmium, obwohl dies eigentlich verboten ist." Cadmium ist ein giftiges Schwermetall, das sich im Körper anreichert und zu Nieren-, Knochen- und Atemwegsschäden führen kann.

Die Landesregierung von Baden-Württemberg will künftig nicht nur Schadstoffe messen, sondern auch präventiv gegen unsichere Produkte vorgehen. Verbraucher sollten sich jedoch bereits jetzt bewusst sein, dass Billigprodukte aus dem Ausland oft Risiken bergen - auch wenn diese auf den ersten Blick nicht sichtbar sind.

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Christian Susanka
Michael Ströbel
SWR-Redakteur Michael Ströbel

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