Ein bisschen Bier, Wein und Himbeersirup - kein leckeres Getränk, sondern eine verführerische Mischung für die Asiatische Hornisse. Heike Jung, Thomas Pfaff und Fred Huber aus Karlsruhe basteln seit Kurzem an sogenannten Locktöpfchen, um die Hornissenart zu bekämpfen. Denn gerade zu dieser Zeit im Jahr ist es möglich, die Entstehung ganzer Völker zu verhindern.
Asiatische Hornisse: Frühjahr ist die wichtigste Bekämpfungszeit
Die Asiatische Hornisse ist in Baden-Württemberg auf dem Vormarsch - und das in schnellem Tempo. Laut Umweltministerium hat sich die Zahl der entdeckten Nester in den letzten Jahren verdreifacht. Dabei frisst die Hornisse massenhaft Bestäuber wie Honigbienen, Wildbienen und andere Insekten. Damit schädigt sie Ökosysteme und die Imkerei. Seit dem Frühjahr 2025 gibt es allerdings keine Pflicht mehr, die Nester zu beseitigen. Wer eins entfernen möchte, muss es selbst beauftragen und bezahlen. Hier setzt die Idee der Bürgerinitiative "Stoppt die Asiatische Hornisse" aus Karlsruhe an: Es gar nicht so weit kommen zu lassen.
Ein Volk der Asiatischen Hornisse frisst im Jahr rund 11 kg Insekten - darunter hauptsächlich Bestäuber.
Die wichtigste Bekämpfungszeit für die Asiatische Hornisse ist der Frühling. Mit den selbst gebastelten Locktöpfchen möchte die Bürgerinitiave die Jungköniginnen abfangen, bevor sie ein Hornissenvolk von 2.000 bis 5.000 Individuen aufbauen. Bis Ende April/Anfang Mai seien die Königinnen noch alleine unterwegs, erzählt Fred Huber. Sie würden, wenn sie das Locktöpfchen als Futterquelle entdeckt hätten, regelmäßig vorbeikommen. Mit einem weiteren Becher, der sich auf das Locktöpfchen und das daran fressende Tier schrauben lässt, kann die Lönigin gefangen und identifiziert werden.
"Wenn die Vielfältigkeit der Insekten aufgefressen wird von der Asiatischen Hornisse, haben wir ein Bestäubungsproblem. Dann müssen wir damit rechnen, dass vieles teurer wird."
Entdecken, Melden, Entfernen: Jeder kann mithelfen
Wer eine Asiatische Hornisse am Töpfchen entdeckt, kann sie fotografieren und bei der Landesanstalt für Umwelt (LUBW) über die Online‑Meldeplattform oder in der "Meine Umwelt App" melden. Wichtig: Es geht nur um die Königinnen der Asiatischen Hornisse. Andere Insekten, vor allem die geschützte Europäische Hornisse, dürfen auf keinen Fall geschädigt werden.
Nicht verwechseln: die Asiatische und die unter Naturschutz stehende heimische Europäische Hornisse:
Wenn es sich bestätigt um eine Asiatische Hornisse handelt, kann sie mit dem Becher ins Gefrierfach. Um sicher zu sein, dass sie wirklich nicht mehr lebt, sollte der Becher dort drei Tage bleiben, so Thomas Pfaff von der Bürgerinitiative. Wer Hilfe braucht oder Fragen hat, könne sich an die Initiative wenden. Wer nicht allergisch sei, müsse sich auch nicht fürchten, die Hornissen zu fangen. In der Regel seien einzelne Tiere ungefährlich.
"Die eingefrorenen Tiere bitte nicht wegschmeißen", mahnt die Initiative. Die Universität Hohenheim zum Beispiel freue sich über die Zusendung der Tiere zur Forschung.
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Locktöpfchen kann man auch einfach selbst basteln
Die Locktöpfchen der Karlsruher sind im Prinzip kleine Plastikbecher: Darin eine Mischung aus jeweils einem Drittel Bier (am besten Malzbier), süßem Weißwein und Sirup (Himbeer- oder Johannisbeer). Verrührt kommt die Mischung in den Becher. In den Deckel wird ein Schlitz geschnitten und ein Docht durchgesteckt, der die Flüssigkeit nach oben saugt. Dafür kann man ein Stück eines Lappens oder Küchenrolle zurechtschneiden, weiß die Hornissenfachberaterin der Initiative Heike Jung.
Jeder, der möchte, kann sich melden und ein Set bekommen.
Wer Interesse an einer Beratung und den Locktöpfchen hat, kann sich per Mail (stopptah@gmail.com) bei der Bürgerinitiative melden.
Gemeinsam gegen die Asiatische Hornisse: Bürgerinitiative hofft auf Unterstützung
Um die Ausbreitung der invasiven Art zu stoppen oder einzudämmen, sei es wichtig, schnell zu handeln. Aktuell sei es sehr einfach, die Hornissenköniginnen zu fangen. Heike Jung meint: "Es sollte jeder mitmachen, weil weder die Imker, noch viele andere Naturliebhaber können in die Privatgärten."