Reste von Sonnencreme im Wasser oder kleine Wellen und aufgewirbelter Sand durch planschende Kinder am Ufer. Dinge, die für Badegäste an einem Baggersee selbstverständlich sind, bedeuten für andere Lebewesen eine Belastung. In der Gemeinde Dettenheim (Kreis Karlsruhe) sollen hingegen Badespaß und Naturschutz zusammengedacht werden.
Naturschutz am Baggersee: Eine Zone für jeden Fall
Die Gemeinde Dettenheim hat am Baggersee Giesen fünf Zonen eingerichtet. Je klarer eingegrenzt sei, wer sich wo aufhalte, desto weniger Auswirkungen gebe es für Tiere und Pflanzen, erklärt Gewässerexpertin Anne Lewerentz vom Karlsruher Institut für Technologie.
Die Zonen am Baggersee Giesen:
- Zone 1: Die Badezone - hier können Badegäste schwimmen und am Sandstrand verweilen.
- Zone 2: Die Angelzone - in der Fische gefangen werden dürfen.
- Zone 3: Die Segelzone für alle, die lieber auf dem Boot als schwimmend unterwegs sind.
- Zone 4: Die Zone für den Kiesabbau, der für die Gemeinde wirtschaftlich eine bedeutende Rolle spielt.
- Zone 5: Die Naturschutzzone, in der zum Beispiel Vogelarten in Ruhe leben sollen.
In Dettenheim werde mit den Zonen versucht, alle Interessen zu vertreten, betont Frank Bolz, Bürgermeister der Gemeinde. Die Gebietseinteilung des Baggersees funktioniere hier gut, sagt er.
Es ist für jeden etwas da.
Badeverbot soll Tieren am Baggersee Ruhe bieten
Neben den fünf Zonen rund um den Baggersee Giesen setzt die Gemeinde Dettenheim auch ein Badeverbot um. Das gilt von Anfang Oktober bis Ende März und soll beispielsweise dazu dienen, den Amphibien im Uferbereich eine ruhige Überwinterung zu ermöglichen. Das Verbot werde in der Gemeinde gut angenommen, sagt der Dettenheimer Bürgermeister Frank Bolz. Es sei kein großes Thema bei den Menschen in der Region.
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Warum ist Naturschutz an Baggerseen notwendig?
Die Baggerseen am Oberrhein seien zwar keine natürlichen Seen, sondern von Menschen gemacht. Trotzdem hätten sie eine hohe ökologische Bedeutung, so Gewässerexpertin Anne Lewerentz. So könnten sie "als künstliche Ersatzlebensräume für die weitgehend verloren gegangenen Auen dienen."
Baggerseen können als künstliche Ersatzlebensräume dienen.
Badegäste, die das Wasser aufwirbeln, störten so zum Beispiel die sauerstoffproduzierenden Wasserpflanzen. Stoffe wie Urin und Schweiß könnten die Wasserorganismen schädigen. Auch für Laich- und Nistplätze für verschiedene Tierarten sei eine dauerhafte, ökologische Bewirtschaftung der Baggerseen wichtig, so die Expertin.