Zu hohe Keimbelastung

Badeverbot: Baggersee Streitköpfle bei Karlsruhe wegen Darmbakterien gesperrt

Der Baggersee in Linkenheim-Hochstetten ist wegen einer zu hohen Keimbelastung gesperrt worden. Am Montag wurde eine Wasserprobe entnommen.

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Der Sommer ist zurück und warme Temperaturen locken die Menschen in den kommenden Tagen wieder an die Badeseen in der Region. Nur an einem wird es wohl ruhig bleiben. Der Baggersee Streitköpfle in Linkenheim-Hochstetten (Kreis Karlsruhe) ist gesperrt worden. Das berichtete die Gemeinde und das Landratsamt Karlsruhe am Donnerstag. Am Montag wurde eine Wasserprobe entnommen und eine hohe Belastung von Bakterien entdeckt.

Baggersee: Darmbakterien im Wasser entdeckt

Bei den Darmbakterien handelt es sich um sogenannte Intestinale Enterokokken (iEnterokokken). Wenn zu viele dieser Bakterien in Badegewässern gefunden werden, muss das Baden gemäß den Vorgaben der Badegewässerverordnung untersagt werden. Der See im Kreis Karlsruhe, von vielen auch "BaLi" genannt, bleibt bis auf weiteres gesperrt. "Aufgrund einer möglichen Gesundheitsgefahr wird ein vorübergehendes Badeverbot ausgesprochen", teilte das Landratsamt Karlsruhe mit. Die Gemeinde informiert auch auf ihrer Facebook-Seite über die Sperrung.

Achtung: vorübergehendes Badeverbot am Baggersee "Streitköpfle" infolge überschrittener Messwerte für "iEnterokokken". Mehr Infos folgen in Kürze.Posted by Gemeinde Linkenheim-Hochstetten on Thursday, August 7, 2025

Intestinale Enterokokken sind Bakterien, die natürlicherweise im Darm von Mensch und Tier vorkommen. Sie sind aber auch Indikatoren dafür, wie hoch die hygienische Qualität von Badegewässern ist. Kommen die Bakterien in einer zu hohen Konzentration vor, besteht das Risiko, dass auch Krankheitserreger vorhanden sind.

Der Baggersee Streitköpfle bei Karlsruhe wurde wegen Darmbakterien gesperrt.
Eine Kontrolleurin des Gesundheitsamts nimmt am Badesee in Linkenheim-Hochstetten eine Wasserprobe.

Wasservögel könnten Schuld am Badeverbot sein

Bei einer am Montag, den 4. August, entnommenen Wasserprobe konnte ein iEnterokokken-Wert gemessen werden, der über dem Richtwert liegt. Die Ursache dafür sei noch nicht klar. Üblicherweise seien aber Wasservögel, wie Kanada- oder Nilgänse, für eine hohe Keimbelastung verantwortlich. Es könne auch mit den starken Regenfällen der letzten Tage zu tun haben. So würden Fäkalkeime ins Wasser gelangen. "Wenn Material vom Ufer in den See geschwemmt wurde", führt ein Sprecher des Landratsamts aus.

Dadurch, dass wir immer mehr Gänse an Badeseen haben, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Verunreinigungen kommt.

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Gemäß der Badegewässer-Verordnung Baden-Württemberg werden Seen wie der Streitköpfle-See in Linkenheim-Hochstetten regelmäßig beprobt und hygienisch überwacht. Kommen vermehrt Bakterien wie Cyanobakterien ("Blaualgen") aber auch Escherichia coli oder wie im Fall "BaLi" Enterokokken vor, wird ein Badeverbot ausgesprochen. Wo an welchen Badeseen ein Badeverbot herrscht, kann auf einer interaktiven Karte des Landes Baden-Württemberg eingesehen werden.

Baden bald wieder möglich?

Während sich die Gäste am Streitköpfle-Badesee derzeit mit Sonnenbaden begnügen müssen, gibt es doch Grund zu hoffen. Am Freitag wurde bereits die erste von zwei verpflichtenden "Nachproben" des Gewässers durchgeführt. Anhand verschiedener Messwerte sei bereits jetzt zu sehen, dass der Badesee auf dem Weg der Besserung sei, verriet die Amtsärztin, die die Proben durchführt.

Der Badesee Streitköpfle bei Karlsruhe wird wegen Darmbakterien gesperrt.
Wahrscheinlich die Verantwortlichen für das Badeverbot: Wenn der Kot von Kanada- und Nilgänsen vermehrt ins Gewässer eingetragen wird, kann dieses verunreinigt werden.

Verunreinigung durch Tiere: Weitere Badeverbote möglich

Auch weitere Badeseen im Land sind von Verunreinigungen und Badeverboten betroffen. Im Badesee Schnürpflingen (Alb-Donau-Kreis) wurde zum Beispiel eine erhöhte Belastung mit Escherichia coli-Bakterien festgestellt.

Auch, wenn es sich wie beim Badesee Streitköpfle um eine kurzzeitige Verschmutzung handelt, könnten solche Fälle bald öfter auftreten. Das bestätigte auch die Amtsärztin, die den Badesee beprobt. Mit immer mehr Tieren, die sich an Badeseen ansiedeln, werde es auch immer wahrscheinlicher, dass Gewässer verunreinigt würden.

Weitere Ergebnisse vermutlich erst Ende nächster Woche

Wie lange der See gesperrt bleibt, ist noch nicht klar. Eine weitere Wasserprobe soll am 11. August durchgeführt werden. Die Ergebnisse der beiden Nachproben sollten vermutlich erst Ende der Woche bis zum 15. August vorliegen. Dann entscheidet sich, ob das Badeverbot bestehen bleibt oder aufgehoben werden kann.

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Erstmals publiziert am
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Autor/in
Fabiola Germer
Ein Bild von Fabiola Germer
Hannah Radgen
Hannah Radgen

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