Hinter einer Scheune in einer Straße in Stutensee-Staffort im Landkreis Karlsruhe hat sich die kleine grüne Oase von Elke Müller versteckt. In dem Garten steht eine riesige grüne Staude, an der längliche Früchte hängen: Bananen! Momentan sind sie grün, aber mit etwas Glück werden sie in diesem Jahr noch gelb.
Bananenstaude auf Müllhalde entdeckt
Sie sind deutlich kleiner als ihre Artgenossen aus den südlicheren Regionen, in denen die Frucht eigentlich wächst. "Vom Geschmack her kannst du keinen Unterschied feststellen", sagt Elke Müller.
Die Staude habe die Rentnerin vor sechs Jahren als winziges Baby auf einer Müllhalde gefunden und mitgenommen, erinnert sich die fast 77-Jährige. Danach sei die Pflanze erst einmal in einen Topf gekommen. Als sie größer wurde, habe Elke Müller sie dann in ihren Garten eingepflanzt.
Viele Leute hätten eine Bananenstaude. So groß wie bei Elke Müller würden sie aber nicht werden, so die Rentnerin. Im Frühjahr bekomme die Bananenstaude gerade so eine Handvoll von dem Mineraldünger Blaukorn und sonst viel Wasser, verrät Elke Müller ihr Geheimnis. "Wenn man sie nicht so oft gießt, wachsen sie sehr langsam."
Schon bald wird Banane winterfest gemacht
Nur noch zwei Monate bleibt die Staude so groß. Sobald alle Blätter braun geworden sind, wird die Bananenstaude winterfest gemacht. Dafür stutze die Rentnerin die Pflanze auf etwa einen Meter. Danach komme Noppenfolie und Vlies komplett um die Pflanze herum. Damit werde sie vor Regen und anderer Nässe geschützt. Damit die Banane es auch schön gemütlich hat, kommen auch noch Stroh und etwas Blätter dazu.
Im März werde sie dann wieder ausgepackt. Die Banane fühle sich in Stutensee sehr wohl, sagt Elke Müller. Jedes Jahr aufs neue komme sie immer wieder. Die liebevolle Hege hat sich erst jetzt ausgezahlt. Im vergangenen Jahr hat die Pflanze zum ersten Mal essbare Früchte getragen.
Immer wieder gebe es auch kleine Ableger der Pflanze. Elke Müller und ihr Mann haben die schon in Stafford, im Rest von Stutensee, in Linkenheim (Kreis Karlsruhe) und auch in Karlsruhe verteilt - überall da, wo ihr Ehemann Arbeitskollegen habe.
Arbeit im Garten hält Rentnerin fit
Neben der Bananenstaude gibt es in dem Garten von Elke Müller noch einiges anderes zu entdecken. Ein Häuschen für Igel, Schildkröten, Obstbäume und an jeder Ecke gibt es andere liebevolle Details oder Figürchen. Viele der Gegenstände seien von der eigenen Oma oder der Oma ihres Mannes, sagt die Rentnerin. Der Garten selbst gehört zu dem Elternhaus, das Elke Müller vererbt wurde.
"Mein Garten ist mein ganzes halbes Leben", schwärmt die Rentnerin. Früher war sie als Krankenschwester in der Pflege tätig. Noch bis vor vier Jahren ist sie im Nachtdienst eingesprungen, wenn es in der Urlaubszeit oder durch Krankheit beim Personal Engpässe gab. Jetzt hält sie sich durch die Arbeit im Grünen fit: "Das macht viel aus, wenn man den ganzen Tag nur sitzt. Das könnte ich nicht. Bei uns läuft kein Fernseher, abends halb neun, neun. Das könnte ich nicht. Ich brauche meinen Garten."