Falsche Finanzexperten haben in den vergangenen Monaten laut Polizei im Raum Karlsruhe massiv zugeschlagen. Sie sollen über Nachrichtendienste wie WhatsApp, Telegram oder Signal Millionen Euro kassiert haben. In einem Fall verlor ein Mann aus dem Kreis Karlsruhe rund 250.000 Euro.
2,5 Millionen Euro Schaden - Dunkelziffer im Raum Karlsruhe ist hoch
Um insgesamt 2,5 Millionen Euro sind Betroffene im Bereich des Polizeipräsidiums in den vergangenen Wochen betrogen worden, heißt es in einer Mitteilung der Karlsruher Polizei. Die Dunkelziffer sei jedoch vermutlich höher, weil nicht jeder Betrug der Polizei gemeldet werde.
Das Vorgehen der Täter sei immer ähnlich: Die vermeintlichen Finanzexperten kontaktieren ihre Opfer über private Nachrichten in Messengerdiensten wie WhatsApp, Telegram oder Signal. Oft würden professionelle Webseiten oder manipulierte Screenshots von angeblichen Gewinnen eingesetzt, um eine Seriosität vorzutäuschen, so die Polizei.
Lassen Sie sich nicht zu Geldanlagen über Messengerdienste oder soziale Netzwerke verleiten.
"Beratung" über WhatsApp: Mann aus dem Kreis Karlsruhe verliert Viertelmillion Euro
In einem besonders gravierenden Fall sei ein Mann im Landkreis Karlsruhe über die sozialen Medien auf ein betrügerisches Anlagemodell aufmerksam geworden. Dort habe er im vergangenen Herbst zunächst 300 Euro investiert, so die Karlsruher Polizei gegenüber dem SWR. Nach wenigen Wochen sei über die vermeintliche Handelsplattform der Eindruck entstanden, dass der daraus entstandene Gewinn rund 80.000 Euro beträgt.
Das Geld ist erstmal komplett weg!
In der Folge habe das Betrugsopfer über WhatsApp mit vermeintlichen Anlageberatern kommuniziert und insgesamt rund 250.000 Euro eingezahlt. Mitte Februar erstattete der Mann schließlich Anzeige.
Auch in diesem Fall gebe es kaum eine Chance, an das Geld zu kommen, so die Polizei. Die Beträge würden in der Regeln sehr schnell ins Ausland weitergeleitet und seien dort so gut wie unerreichbar.
Hohe Gewinne über Whatsapp, Signal oder Telegram versprochen
Der Betrug im Kreis Karlsruhe ist typisch für andere Fälle, so die Polizei. Nach ersten Einzahlungen würden die Opfer von den falschen Anlageberatern zu weiteren Überweisungen gedrängt, indem ihnen hohen Gewinne versprochen werden. Eine Auszahlung der vorgetäuschten Rendite erfolge jedoch nie.
Die Polizei empfiehlt, keine Vorauszahlungen zu leisten und keine persönlichen Daten preiszugeben. Außerdem solle man sich nicht von hohen Renditen blenden und sich nicht von vermeintlichen Kundenberatern drängen lassen.
Insbesondere bei Investitionen in Kryptowährungen sei Misstrauen angebracht, sagen Experten. Viele Fragen zu Fake-Seiten und Fake-Anbietern werden auch auf der Seite der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beantwortet.
Wer Opfer eines Betrugs geworden sind, solle umgehend Anzeige erstatten.
Mehr Informationen, wie Sie sich vor Betrugsmaschen schützen können: